St. Moritz

Beinahe-Crash an Ski-WM: Der Pilot ist ein erfahrener Kunstflieger

Eine PC7 reisst die Seilbahnkamera zu Boden.

Eine PC7 reisst die Seilbahnkamera zu Boden.

Die Beinahe-Katastrophe mit dem PC-7-Showflieger-Team der Luftwaffe an der Ski-WM in St. Moritz GR gibt Rätsel auf.

«Es sah alles ganz normal aus», sagt ein hoher Luftwaffenoffizier, der dabei war, zu SonntagsBlick. «Ich kann mir nicht erklären, warum das Flugzeug das Kameraseil touchiert hat.»

Beim Piloten handelte es sich um A. B.* (34), Rufname «Fondü» in den Fliegertruppen, wie SonntagsBlick berichtet.

Er ist Berufspilot bei der Luftwaffe und fliegt normalerweise einen F/A-18-Kampfjet in der Staffel 17. Mit rund 1700 Flugstunden auf dem Propellerflugzeug PC-7 ist der Familienvater aus Murten FR ausserdem einer der erfahrenen Piloten im Kunstflugteam.

Gerüchte, wonach ein Verantwortlicher von SRF die Einsatzleitung der Showflugtruppe nach dem ersten Überflug in Formation per Funk gewarnt habe, dass die Propellermaschinen zu tief flögen, werden aus VBS-Kreisen als komplett haltlos dementiert: «Es gab keinerlei Kontakt zwischen Fernsehleuten und Einsatzleitung.»

Zwischenfall  an Ski-WM-Flugshow: Kantonspolizei Graubünden informiert.

Zwischenfall an Ski-WM-Flugshow: Kantonspolizei Graubünden informiert.

Die Militärjustiz klärt nun ab, wie und warum der Unfall passieren konnte. Klarheit verlangen jetzt auch Politiker. Regula Rytz (54), Nationalrätin und Präsidentin der Grünen: «Ich werde eine parlamentarische Anfrage machen zu den Flugshows der Schweizer Luftwaffe. Ich will wissen, wie hoch die Kosten in den letzten Jahren waren, wie viele Unfälle es gab, und ob der Bundesrat an dieser teuren und riskanten PR-Aktion für die Luftwaffe in Zeiten von knappen Finanzen wirklich festhalten will.»

Auch für Aargauer FDP-Nationalrätin Corina Eichenberger stellt sich die Frage, «welche Einsätze mit den Kunstflugformationen noch sinnvoll sind». Die Abläufe und Strukturen in der Luftwaffe seien zu überprüfen. «Das wird sicher ein Thema in der Sicherheitspolitischen Kommission werden.»

Das PC-7-Team bleibt auf Anordnung von VBS-Chef Parmelin vorläufig gegroundet. Die Patrouille Suisse mit den Tiger-F-5-Jets dagegen darf weiterfliegen.

«Es ist anspruchsvoll»: Vor dem Flug über Salastains erläuterte Nils Hämmerli, Kommandant der Patrouille Suisse, in diesem Video von Graubünden-Tourismus das Programm.

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