Bätterkinden

Die fast 50-jährige Turnhalle in Bätterkinden genügt den heutigen Anforderungen bezüglich Sicherheit und Energieverbrauch nicht mehr. Für ein urnenfähiges Vorprojekt hat der Gemeinderat einen Kredit von 97 100 Franken gesprochen. Ein Bauausschuss wird das Projekt weiter verfolgen.

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Auch die vorstehenden Heizkörper bilden aus heutiger Sicht ein grosses Unfallrisiko. Haftbar wäre dann die Gemeinde. Auch energietechnisch genügt der alte Hallenbau den heutigen Anforderungen nicht mehr. Die bestehende Turnhalle sei eine Energieschleuder. Allein die Fenster mit Metallrahmen lassen die Wärme verflüchtigen. Auch die Isolation der Wände genüge den heutigen Anforderungen nicht mehr.

«Die Gemeinde verpflichtet sich, mit der Energie haushälterisch und vorbildlich umzugehen», sagt Linder. Die Turnhalle sei in dieser Hinsicht wirklich kein Vorzeigeobjekt. Unter diesen Voraussetzungen befasste sich der Gemeinderat mit der Thematik.

Neu- oder Umbau?

Für die Behörden stellte sich primär die Frage, was finanziell verkraftbar sei. «Eine Sanierung der alten Halle käme auf rund 1,25 Millionen Franken zu stehen», berichtet Linder.

Damit könnte aber der Raumbedarf für den Schul- und Freizeitsport nicht erhöht werden. Bei einer Sanierung würde sich der Baukörper nicht verändern, und infrastrukturell würde auch keine bessere Qualität resultieren. Ein Neubau inklusive Landerwerb und zusätzliche Erschliessungskosten würde sich laut Schätzungen im zweistelligen Millionenbereich bewegen.

Die dritte und wohl realistischste Variante: Ein Umbau der bestehenden Halle. Kostenpunkt rund 6 Millionen Franken. Dieses Projekt sieht vor, auf das Untergeschoss der bestehenden Halle eine Zweifachturnhalle aufzubauen. Die Halle im Untergeschoss würde bestehen bleiben. Darauf würde – nach Osten und Westen auskragend – eine Zweifachturnhalle aufgebaut.

Für diese Varianten spricht nicht nur der finanzielle Aspekt. Die notwendigen Erschliessungen sind vorhanden, infrastrukturelle Anlagen wie Duschen und Garderoben könnten in den Aufbau einbezogen werden. Zudem wäre ein zusätzlicher Landerwerb nicht notwendig.

Auch Finanzen spielen mit

Im Verlaufe der Vorabklärungen wurde die Finanzkommission beauftragt, die Auswirkungen der Szenarien Hallenumbau und Neubau auf die künftige finanzielle Entwicklung hin zu beurteilen. Aus finanztechnischer Sicht kann die Gemeinde eine Investition in der Höhe von rund 6 Millionen Franken mit der im Dezember 2008 beschlossenen Steuersenkung verkraften.

Bei einem Neubau, dies zeigten die Berechnungen auf, müsste mit einer Steuererhöhung gerechnet werden. Diese Aussichten bewogen den Gemeinderat, die Variante «Umbau der bestehenden Halle» zu bevorzugen. «Bei einem Neubau wäre das Problem ‹alte Halle› noch nicht gelöst», erklärt Linder. In diesem Zustand könnte die Turnhalle nicht belassen werden – und man müsste wohl die Kosten für einen Rückbau zusätzlich ins Kalkül ziehen.

Ehrgeiziger Zeitplan

In nächster Zeit wird eine spezielle Planungskommission – bestehend aus Behördemitgliedern, der Lehrerschaft und den benutzenden Vereinen – rekrutiert. Zusammen mit den drei ortsansässigen Architekten soll bis im Spätherbst ein urnenfertiges Projekt ausgearbeitet werden.

Der ambitiöse Zeitplan sieht eine Urnenabstimmung noch Ende dieses Jahres vor. Wird das Geschäft angenommen, ist der Baubeginn auf die erste Jahreshälfte 2010 vorgesehen.

Linder versichert, dass keine Luxusausführung vorgesehen sei. «Die Hallen sollen zweckmässig sein und den Ansprüchen genügen», betont er. Er ist guter Hoffnung, dass der Kredit an der Urne eine Chance haben wird. «Wenn nicht, dann wird das Thema Turnhalle für lange Zeit ad acta gelegt», ist er überzeugt. In diesem Falle müsste die bestehende Halle auf jeden Fall saniert werden – und auch dies wäre mit grossen Kosten verbunden. (mz/rsb/fhe)

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