Aarwangen

Aldi soll Wege mitfinanzieren

Beunruhigt: Vorwiegend Anwohner sowie Gemeinde- und Planungsbürovertreter (vorne) waren an der Infoveranstaltung anwesend. iba

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Beunruhigt: Vorwiegend Anwohner sowie Gemeinde- und Planungsbürovertreter (vorne) waren an der Infoveranstaltung anwesend. iba

Am Mittwochabend stellte ein Vertreter von Aldi das Neubauprojekt in Aarwangen vor. Die Ängste der Anwohner betreffen vor allem den Mehrverkehr.

Irmgard Bayard

Nach Langenthal will der Grossverteiler Aldi nun auch in Aarwangen Fuss fassen (wir berichteten). Gestern stellten Christopher O'Neill, Leiter Filialentwicklung Aldi Suisse, und Raumplaner Beat Kälin, das Projekt respektive die dazu nötige Überbauungsordnung vor.

Rund 40 Personen, fast aus-schliesslich Anwohner rund um das Industriequartier Hard, waren gekommen, um ihre Sorgen und Ängste in Bezug auf den Mehrverkehr zu äussern. Gemäss den Ausführungen von Kälin handelt es sich dabei um rund 1600 Personenwagen und zwei bis vier Lastwagenfahrten pro Tag.

«Für uns ist es zwingend, dass der Schleichverkehr unterbunden wird», meinte eine Bewohnerin der Lindenstrasse. Sie verwies dabei auf die Massnahme der Stadt Langenthal im Zusammenhang mit dem Migros-Provisorium, wo Quartierstrassen mit Fahrverbot belegt wurden. «Was dort funktionierte, macht auch bei uns Sinn», ist sie überzeugt.

«Da jammert das ganze Dorf über den Verkehr. Nun heisst es, 800 Fahrzeuge mehr pro Tag seien verkraftbar», wunderte sich eine Zuhörerin. Eine andere wiederum gab zu bedenken: «Wenn die Aarwanger im Dorf einkaufen, verursachen sie dafür in anderen Gemeinden weniger Verkehr.» Genau das sei mit ein Grund, weshalb Aldi sich als «regionaler Nahversorger» sehe, hakte O'Neill ein.

Verursacher soll zahlen

Ein anderer Votant wies auf die zu enge Ein- und Ausfahrt von der Bützberg- auf die Langenthalstrasse hin. «Wenn dort ein Unfall passiert, werden die Anwälte von Aldi verlangen, dass die Gemeinde etwas unternimmt», meinte er. «Wenn Aldi wirklich bauen will, so muss die Zufahrt vorgängig geregelt werden», fand er und erntete dafür Applaus.

Aldi solle einen Teil der Kosten übernehmen, wurde gefordert. «Wir sind an einer guten Lösung interessiert und grundsätzlich bereit zu helfen», lenkte O'Neill ein, «auch finanziell.» Festlegen wollte und konnte er sich allerdings nicht. Er gab auch zu bedenken, dass Aldi in einer Industriezone baue und das Problem schon länger und auch bei anderen Bauherrschaften bestehe.

Ein Teil der Anwesenden forderte die Gemeindebehörden auf, «endlich die Bützbergstrasse zu versetzen, wie das schon lange versprochen wurde». Es liege nicht immer an der Gemeinde, wenn etwas daure, entgegnete Gemeindepräsident Hans Leuenberger (SVP). «Die Unterlagen liegen schon länger in Bern.»

Aldi lenkt ein

«Wir könnten uns vorstellen, die erste Etappe zu bauen und zum Beispiel als Provisorium - bis die Bützbergstrasse versetzt wird - einen Fussweg zu erstellen», sagte O'Neill. Damit bestätigte er, dass Aldi die erste Bauetappe mit einer Verkaufsfläche von 500 Quadratmetern in Angriff nehmen wird, sobald die Baubewilligung vorliegt. «Das ist zonenkonform, dazu braucht es keine neue Überbauungsordnung», sagte auch Kälin. Lediglich um weitere 500 Quadratmeter kann Aldi erst expandieren, wenn das Aarwanger Stimmvolk Ja sagt.

Der Gemeindepräsident versprach, die vorgebrachten Anliegen zu prüfen und mit den Aldi-Verantwortlichen zu diskutieren. «Die Einwände sind berechtigt», sagte der Gemeindepräsident. «Aber ihr dürft nicht vergessen, dass wir so oder so ein verkehrsreiches Dorf sind.»

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