Klimaaktivistin

Absage an WEF-Gegner: Greta Thunberg wandert doch nicht nach Davos

Wie im vergangenen Jahr wird Greta wohl mit dem Zug nach Davos reisen. An der Anti-Wef-Wanderung nimmt sie nicht teil.

Wie im vergangenen Jahr wird Greta wohl mit dem Zug nach Davos reisen. An der Anti-Wef-Wanderung nimmt sie nicht teil.

Am Sonntag startet eine Protest-Wanderung von Landquart Richtung Weltwirtschaftsforum in Davos. Doch die schwedische Aktivistin Greta Thunberg wird nicht dabei sein.

Überall, wo die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg auftaucht, sorgt sie für Aufmerksamkeit. Die Schülerin, die mit ihrem individuellen Schulstreik vor dem Parlament in Stockholm die Umweltbewegung angestossen hat, ist zur weltbekannten Ikone geworden.

Taucht sie an einer Demonstration auf, ist dieser ein Zulauf an Teilnehmern und Medienschaffenden gewiss. Darum hätten auch die Aktivisten von Strike-WEF Greta gerne dabei gehabt, wenn sie am Sonntag zu Fuss von Landquart in Richtung Davos zu einer Protestwanderung gegen das Weltwirtschaftsforum aufbrechen. Frühzeitig wurden Greta und andere internationale Aktivisten dazu eingeladen.

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Die Bündner Regierung hat eine geplante dreitägige Klimawanderung zum diesjährigen Weltwirtschaftsforum WEF nach Davos nicht durchgehend bewilligt. Die Kundgebungsteilnehmer dürfen den letzten Abschnitt von Klosters nach Davos nicht unter die Füsse nehmen. Die Initianten reagieren enttäuscht auf den Entscheid, wie sie an einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag in Bern sagten. Sie wollen trotz der fehlenden Bewilligung versuchen, doch irgendwie zu Fuss von Klosters nach Davos zu gelangen. Alternativ bereiten sie eine Skitour von Klosters über den Wolfgangpass nach Davos vor.

Verschiedene Medien schrieben schon, dass Greta definitiv mitwandere. Recherchen von CH Media zeigen nun aber, dass Thunberg den Anti-WEF-Wanderern eine Absage erteilte. «Sie wird nicht teilnehmen», schreibt einer ihrer Helfer auf Anfrage.

Die Strike-WEF-Bewegung erfährt durch CH Media von der Absage und gibt sich gelassen. Deren Sprecherin Payal Parekh sagt:

Der Protest stehe und falle aber nicht mit einer Person. «Sie ist eine tolle junge Frau, aber zum Glück gibt es noch viele andere aktive junge Menschen», sagt Payal Parekh. Bereits hätten sich viele Aktivisten auch aus dem Ausland angemeldet und sich nach Übernachtungsmöglichkeiten erkundigt.

Platz für Limousinen, aber nicht für Zivilgesellschaft

Der Marsch von Landquart nach Davos wurde von den Bündner Behörden nur unter Auflagen bewilligt. Auf dem letzten Stück von Klosters nach Davos wurde keine Demonstration bewilligt. In Davos selber dürfen nicht mehr als 300 Personen demonstrieren. Die Veranstalter kritisierten diese Auflagen als «skandalös». «Es kann nicht sein, dass es für die Limousinen der WEF-Teilnehmer Platz hat, aber nicht für die Zivilgesellschaft.» Zu der Limite von 300 Personen sagt die Strike-WEF-Sprecherin: «Eine Demonstration ist doch kein Theater, wo man Billette verkauft und irgendwann ist es ausverkauft.»

Greta Thunberg tritt am Freitag in Lausanne auf, wo das Jubiläum der Klimastreik-Bewegung stattfindet. Am WEF wird sie dann den Managern und Staatschefs wieder ins Gewissen reden.

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