Mit 12 Prozent war die Zunahme besonders stark in der Deutschschweiz, wo teilweise die Kapazitäten erhöht wurden, wie der Verband Die Dargebotene Hand am Montag mitteilte. Ein grösseres Angebot werde offenbar auch mehr genutzt.

Nach einer starken Zunahme im Vorjahr, waren 2018 die Anrufe von Männern leicht rückläufig. Der Männeranteil bei den Ratsuchenden liegt aber über die Jahre gesehen ziemlich konstant bei einem Drittel.

Gefragte Online-Beratung

Stark gestiegen ist die Zahl der Onlinekontakte. Diese nahmen um 11,8 Prozent auf 6884 zu. Zwei Drittel der Kontakte fanden im Chat statt, ein Drittel via Email. Weil die Nachfrage nach Chats in den letzten Jahren stetig zunahm, wird das Angebot weiter ausgebaut.

Die Onlineberatung wird von einem deutlich jüngeren Publikum genutzt als das Telefon. Nur jeder zehnte Ratsuchende war dort über 40 Jahre alt. Demgegenüber ist am Telefon ein Fünftel im Pensionsalter.

Online ist das Thema Suizid seit Jahren deutlich wichtiger als am Telefon. Stigmatisierte Themen werden bei der Onlineberatung offenbar häufiger angesprochen, da diese noch anonymer als das Telefon ist.

Bei den Gesprächsthemen hat sich wenig verändert: Mit einem Viertel aller Anrufe waren psychische Leiden das dominierende Anliegen. Fast ebenso häufig suchten Menschen Hilfe bei der Bewältigung des Alltags.

17 Prozent der Gespräche drehten sich um Beziehungsthemen wie Partnerschaft und Familie. Bei 10 Prozent stand die Einsamkeit im Vordergrund. Bei 1,4 Prozent der Gespräche spielte das Thema Suizid eine Rolle.

Beratung zu Medienerziehung geplant

Im Frühjahr will die Dargebotene Hand ein weiteres Beratungsfeld eröffnen. In Zusammenarbeit mit der Swisscom berät das Telefon 143 Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder in Medienfragen. Nicht wenige Eltern seien mit der Medienerziehung überfordert, hiess es in der Mitteilung.

Die Dargebotene Hand ist eine politisch und konfessionell unabhängige und neutrale Non-profit-Organisation. In zwölf Regionalstellen in allen Sprachregionen der Schweiz sind rund 640 ausgebildete und professionell betreute ehrenamtlich tätige Frauen und Männer am Werk. Das Sorgentelefon ist gratis, anonym und rund um die Uhr präsent.