Vermischtes

Verwaltungsgericht bremst Zürcher Zukunftsprojekt überraschend aus

Der Pavillon für den Innovationspark wurde schon 2018 gebaut. Nun ist das Projekt auf Eis gelegt.

Der Pavillon für den Innovationspark wurde schon 2018 gebaut. Nun ist das Projekt auf Eis gelegt.

Das kantonale Verwaltungsgericht hebt die Planung für den Innovationspark auf dem Flugplatzgelände in Dübendorf auf. Grund: Das Projekt ist zu gross. Das Urteil überrascht und enttäuscht.

(sku) Die Begründung für das Urteil des Zürcher Verwaltungsgericht ist grundsätzlich simpel: Mit einer Gesamtnutzfläche von rund 50 Fussballfeldern ist der Innovationspark zu gross, um Gegenstand eines kantonalen Gestaltungsplans zu sein. Dieses Instrument sei nur für konkrete Einzelbauten und -anlagen wie Spitäler, Mittelschulen und Kehrichtverbrennungsanlagen vorgesehen, schreibt das Verwaltungsgericht am Dienstag.

Wegen seiner Dimensionen und der vorgesehenen Nutzungen schaffe der Gestaltungsplan damit nicht eine projektbezogene, sondern eine generelle Bauzone. Und für deren Festsetzung seien im Kanton Zürich allein die Gemeinden zuständig, schreibt das Gericht. Nicht einmal der besondere Zweck der Innovationsförderung vermöge das Projekt zu einem Einzelvorhaben zu machen. Ausserdem läge der Perimeter für den Innovationspark wie der Flugplatz Dübendorf zum grössten Teil in einer kantonalen Landwirtschaftszone. Der Kanton dürfe zwar davon abweichen, aber auch nur für Einzelvorhaben und nicht für eine neue, generelle Bauzone, schreibt das Gericht.

Grosse Enttäuschung: «Wir verlieren Zeit»

Der Innovationspark sollte eigentlich eine Plattform bieten, wo Hochschulen und innovative Unternehmen Forschung und Entwicklung vorantreiben. Dass das Projekt nun durch einen Gerichtsurteil ausgebremst wird, überrascht den Dübendorfer Stadtpräsidenten André Ingold (SVP): «Schliesslich hatte die Vorinstanz den Rekurs in allen Punkten abgewiesen», sagt er gegenüber dem «Tagesanzeiger». Ingold zeigt sich enttäuscht über den Beschluss. Der Innovationspark wäre für den Wirtschafts- und Forschungsstandort Zürich und für die ganze Schweiz sehr wichtig.

Auch die Grünliberalen sehen im Innovationspark grosses Potential für eine zukunftsgerichtete Entwicklung der Region. «Wir verlieren im Standortwettbewerb Zeit und die Verzögerung für den Innovationspark ist nicht der Bürokratie geschuldet, sondern unpräziser Planung», schreibt die Partei am Dienstag. Sie sieht im Urteil aber auch eine Chance: Nun könne aber die weitere Planung von Innovationspark und künftigem Flugregime koordiniert angegangen werden.

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