Zwei Spielsperren ausgesprochen

Der kantonale Fussballverband hat entschieden: Zwei Spieler der zweiten Mannschaft vom FC Grenchen werden für sieben respektive acht Spiele gesperrt. Ob damit der Schlussstrich unter die Schlägerei der 5. Ligisten gezogen werden kann, ist fraglich. Nun dürfte sich die Schiedsrichterkommission für den Fall interessieren.

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Solothurner Zeitung

Daniela Deck

Update

Beim spiel Grenchen-Lommiswil am 5. September kam es schon während des Matches zu Provokationen. Nach dem Abpfiff entluden sich die Emotionen in Schlägen und Tritten. (dd)

Die zweite Mannschaft des FC Grenchen steht nicht mehr unter Generalverdacht. Der kantonale Fussballverband bestraft lediglich zwei Spieler für die Tätlichkeiten, die sie am 5. September nach dem 5. Ligaspiel Grenchen-Lommiswil begangen hatten. Einer von ihnen wird für acht Meisterschafts- beziehungsweise Cupspiele gesperrt, der andere für sieben. «Der Eindruck einer Massenschlägerei, der von gewissen Seiten nach dem Spiel vermittelt wurde, hat sich nicht erhärtet.» Das sagt Martin Schmalz auf Anfrage. Er amtet beim kantonalen Fussballverband als Präsident der Wettspielkommission. «Wir waren davon ausgegangen, dass ein grosser Teil der FCG-Mannschaft in die Prügelei verwickelt war. Das stimmt nicht.» Provisorisch waren deshalb nach dem Radauspiel in Lommiswil fünf FCG-Spieler suspendiert worden. Die Anhörung hat diesen Punkt jetzt geklärt, so dass drei dieser Spieler ab sofort wieder am normalen Saisonbetrieb teilnehmen können.

Fehlverhalten intern nicht bestritten

«Die sanktionierten zwei Spieler haben sich inzwischen entschuldigt. Ich hoffe, dass sie etwas aus der Sache lernen», wünscht sich FCG-Präsident Jorge Tomas für seine Leute. Er lobt den «ruhigen und konstruktiven Rahmen», in dem die Anhörung beim Fussballverband stattfand. «Alle Spieler sowie weitere Vertreter der Mannschaft konnten ihre Sicht der Dinge darlegen.»

Die Anhörung habe besiegelt, was der Club bei seiner internen Untersuchung des Vorfalls auch festgestellt hatte. «Wir wussten, dass diese zwei Spieler sich nicht korrekt verhalten hatten», so Tomas. Dennoch nimmt er die Fehlbaren in Schutz. «Die haben nicht einfach so ‹gschleglet›. Da gab es massive Beleidigungen, zum Teil auch rassistische Sachen. Darauf haben sie dann eben nicht angemessen reagiert.» Als der Streit nach dem Spiel eskalierte, hätten überdies auch FCG-Spieler einige Schläge abbekommen. Doch gegen die Lommiswiler wurden keine Strafen ausgesprochen.

Anfechtung ist unwahrscheinlich

Fünf Tage lang haben alle Beteiligten Zeit, um die Entscheidung des Fussballverbandes anzufechten. Wettspielkommissionspräsident Martin Schmalz nimmt aber nicht an, dass es so weit kommt. In diese Richtung äussert sich auch FCG-Präsident Jorge Tomas: «Wir haben diese Frage im Vorstand zwar noch nicht diskutiert. Aber ich denke nicht, dass wir den Entscheid anfechten werden. Vielleicht könnten wir die Strafe so um ein oder zwei Spiele reduzieren. Aber mit welchem Motiv? Am Fehlverhalten selbst ist nicht zu zweifeln.» Wie die Verantwortlichen bei FC Lommiswil das Verdikt aufnehmen, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen.

Als Schiedsrichter tragbar?

Vermutlich ist die Sache damit noch nicht ausgestanden. Denn, wie Jorge Tomas sagt, waren vier der fünf provisorisch suspendierten Spieler schon in der Woche nach der Schlägerei als Schiedsrichter im Einsatz. Sie pfiffen Juniorenspiele. Dafür dürfte sich nun die Schiedsrichterkommission im Fussballverband interessieren.

Martin Schmalz: «Es gibt kein Reglement, das einen solchen Einsatz explizit verbieten würde. Und bei der Wettspielkommission bestimmen wir nur über die Person als Spieler. Doch grundsätzlich sollen Schiedsrichter eine Vorbildfunktion wahrnehmen.» Das gelte unabhängig von der Leistungsstufe und habe bei den Junioren bestimmt nicht weniger Bedeutung als beim Spitzenfussball. Deshalb geht er davon aus, dass sich die Schiedsrichterkommission noch mit der Schlägerei in Lommiswil befassen wird.

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