Reinigung

Wer hat Schlachtabfälle entsorgt?

Weil Unbekannte ihre Schlachtabfälle im Kanal der ARA Murg entsorgt haben, kam es am Mittwoch zu Verstopfungen in Netz. Die ARA musste den Abfluss eines Regenauffangbeckens in Melchnau reinigen. Die Kantonspolizei sucht Zeugen.

Von Irmgard Bayard

Zweieinhalb Tage habe die Reinigung gedauert, sagt Reto Alt. Er ist Sekretär der ARA-Murg. Diese wurde am Mittwoch, um 14.30 Uhr, informiert, dass das Regenauffangbecken an der Berghofstrasse in Melchnau überlaufe. Daraufhin wurde die Kanalreinigungsfirma Gerber beigezogen. Beim Reinigen des Ablaufrohres sei eine grössere Menge Schlachtabfälle zum Vorschein gekommen. Gemäss Kantonspolizei dürfte es sich dabei um Innereien von grösseren Nutztieren handeln. Aufgrund des Verwesungszustandes müssen diese bereits vor längerer Zeit entsort worden sein.

«Wir haben keine Ahnung, woher diese Abfälle stammen könnten», sagt Alt. Das Einzugsgebiet des Regenauffangbeckens beziehungsweise der ARA Murg umfasst die Gemeinden Melchnau, Busswil bei Melchnau, Reisiswil sowie die Luzerner Gemeinden Altbüron, Grossdietwil und Fischbach. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass die Abfälle von Auswärtigen in einen der Schächte «entsorgt» wurden, wie Reto Alt sagte.

Polizei sucht Zeugen

Die Reinigunsarbeiten seien «mühsam und gefährlich» gewesen, so Alt. Das wird vom ARA-Betriebsleiter Adrian Burkart bestätigt. «Ich bin schon lange im Metier, aber so etwas habe ich noch nie erlebt», ist sein Kommentar. Die Kosten schätzt Alt auf etwa 10 000 Franken. Denn neben der Reinigung muss auch die korrekte Entsorgung der Abfälle im Sondermüll bezahlt werden. Die ARA hat nun Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. «Wenn der Verursacher nicht ermittelt werden kann, bleiben die Kosten an uns hängen», so Alt.

Allfällige Hinweise nimmt die Kantonspolizei in Aarwangen, Telefon 062 390 70 01, entgegen.

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