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Was lange währt, wird bald gut

Verkehrsberuhigung, Tempo 30, Schulwegsicherung: Die Gemeinde Roggwil nimmt sich schon lange vorhandener Probleme an.

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Solothurner Zeitung

Irmgard Bayard

«Ich bin seit 15 Jahren im Gemeinderat, und die Verkehrssicherheit war immer ein Thema», sagte gestern Markus Meyer (SP), Vizegemeindepräsident und Gemeinderat mit Ressort Umwelt und öffentliche Sicherheit (KUS). «Glücklicherweise dauern nicht alle Projekte so lange.» Meyer stellte zusammen mit Rats- und Parteikollege Martin Siegenthaler (Präsident Bau- und Betriebskommission BBK), Ewald Kaiser (Leiter Bau und Betriebe) sowie Martin Glur (Gemeindeschreiber-Stellvertreter) das Verkehrssicherheitskonzept Roggwil vor.

Seit Jahren gibt es in Roggwil konkrete Anliegen der Bevölkerung in Bezug auf die Verkehrssicherheit. In einigen Quartieren wurden sogar Unterschriften gesammelt. «Aus finanziellen Gründen konnten wir aber lediglich im Bossloch und beim Kindergarten Bündtenacker Massnahmen umsetzen», so Meyer. «Zudem wollten wir in der Gemeinde keine Einzelmassnahmen, sondern ein Gesamtkonzept vorlegen.» Das sei eines der vom Gemeinderat formulierten Legislaturziele. Das Konzept wurde in den vergangenen

18 Monaten unter der Leitung der KUS und unter Mitwirkung der BBK erarbeitet. Es sieht Massnahmen in insgesamt neun Gebieten vor - gegliedert in drei Prioritätskategorien.

Tempo-30-Zonen

In einem ersten Schritt wird der Schulweg der Unter- und Oberstufe beziehungsweise von und zur Turnhalle Hofstätten, gesichert. Der bestehende Fussgängerstreifen von der Schule her kommend über die Bahnhofstrasse wird nach links verschoben. Ein neuer Gehweg sowie ein Geländer leiten die Fussgänger zum neuen Übergang. «Der neue Standort des Fussgängerstreifens ist auch für die Bewohner des Altersheims sinnvoller», so Meyer. Bei der Kreuzung

Land-/Bahnhofstrasse ist ein Kreisel geplant. Beide Projekte werden in Zusammenarbeit mit dem Kanton realisiert, der gemäss neuem Gesetz auch die Kosten dafür übernimmt.

Gemeindeintern werden in erster Priorität an der Allmendgasse und im Bündtenacker Tempo-30-Zonen umgesetzt. Sobald die Unterlagen ausgearbeitet sind, erfolgt die Baupublikation. Im Bündtenacker wurde der Verkehr bereits vor rund zwei Jahren mit baulichen Massnahmen beruhigt, so dass nur noch die Verkehrsschilder aufgestellt werden müssen. Gestartet wird voraussichtlich im Herbst. Die Umsetzung der ersten Prioritäten dauert gemäss Martin Siegenthaler rund ein Jahr.

Rund 200 000 Franken

In zweiter Priorität (ab 2010) werden bei der Einmündung Bahnhof-/Schulhausstrasse und der Rotbrüstlistrasse Anpassungen vorgenommen und das Gebiet Gsteig/Gartenstrasse sowie die Schmittenstrasse in eine Tempo-30-Zone umgewandelt. In zweiter und/oder dritter Priorität wird die Tempo-30-Zone Berg umgesetzt sowie die Torsituation der St. Urbanstrasse in die Massnahmen mit einbezogen. Die zweite und dritte Priorität fliessen in die Finanzplanungen ein. «Im Industrie- und Gewerbegebiet wollen wir zuerst die Entwicklung abwarten und erst dann das Verkehrskonzept der Situation anpassen», sagte Meyer.

Die Grobkosten belaufen sich für die Sofortmassnahmen auf jeweils zwischen 5000 bis 8000 Franken. Bei der zweiten und dritten Priorität rechnet die Gemeinde mit zwischen 83 000 bis 190 000 Franken respektive zwischen 40 000 bis 85 000 Franken.