Strassenumfrage
Verschwendung in der Armee: «Am letzten Tag hat man kistenweise Munition in die Felswand geschossen»

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"Ich finde es eine Schweinerei. Das darf es nicht geben", sagt Ernst Senn zu den bekannt gewordenen Spesen-Exzessen in der Armee. Viele ehemalige Armee-Angehörige haben selbst Erfahrung mit der Verschwendung von Steuergeldern im Militär gemacht. Das zeigt eine Umfrage des Regionalsenders Tele M1 in Aarau: "Am letzten Tag hat man kistenweise Munition in die Felswand geschossen – blödsinnig", sagt Hanspeter Kirchhofer.

Dieselbe Erfahrung hat auch Markus Eichenberger gemacht. Er weiss auch den Grund für das Vorgehen: "So bekam man im nächsten Jahr wieder das gleiche Kontingent." Bei Luca Reggazoni wurde viel Essen weggeworfen. "Das finde ich schade, man hätte es noch brauchen können", sagt er. Dabei hält sogar die Verordnung über die Verwaltung der Armee fest: "Kommandantinnen und Kommandanten sorgen dafür, dass keine Lebensmittel verschwendet oder missbräuchlich verwendet werden.

Verschwendung von Munition beschäftigte auch schon die Militärjustiz: Ende 2016 waren fünf Militärkader unter anderem wegen Verschleuderung von Material angeklagt. Sie sollen zwischen 2008 und 2013 grosse Mengen Armeemunition privat verschossen haben. Der Hauptangeklagte wurde zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 200 Franken sowie einer Busse von 2000 Franken verurteilt.

Die Ausrüstung eines Schweizer Rekruten:

Die Ausrüstung eines Rekruten. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
50 Bilder
Sturmgewehr 90
Die Pistole erhalten nicht alle Rekruten.
Effektentasche
Grundtrageeinheit
Kampfrucksack
Militärschokolade und -biscuits
Transporttasche mit -wagen
Sackmesser
Pamir
Kleidertasche für Tenü A
Tagesrucksack
Schlafsack
Rollmütze
Gamelle
Leuchtweste
Dienstbüchlein und Leistungsausweis
Erste-Hilfe-Set
Magazin für Sturmgewehr 90
Gebissschutz
Veston (Tenü A)
Helm
Ohrenpfropfen
Ausgängerhose mit Gurt (Tenü A)
Besteck
T-Shirt funktionell
Fleece-Jacke
Bajonett
Schuhputzzeug
Kampfstiefel Die neusten Kampfstiefel hat die Armee beim italienischen Unternehmen AKU geordert. Ihre Produktionsstätten befinden sich in Rumänien.
Lange Unterwäsche
Trinkflasche
Béret
Gewehrputzzeug
Gasmaske
Unterwäsche Boxershorts, Damenslips und Unterhosen bezieht die Armee bei der Fabrik Amrit Exports in Indien und bei zwei Schweizer Firmen, die wiederum in Osteuropa produzieren.
Gurt (Tenü A)
Gurt (Tenü B/C)
Regenschutz (verstaut)
Vom Tarnanzug gibt es zwei Sorten: Arbeitsanzug für ins Feld (Tenü C) und Dienstanzug (Tenü B) für das Einrücken und ausserdienstliche Anlässe.
Tarnhose mit Gurt und Beinelastik
Krawatte
Kälteschutzanzug
Fingerhandschuhe
Roll-Shirt funktionell
Gnägi-Hemden Als die Herstellung der legendären Rollkragenleibchen im Jahr 2003 aus der Innerschweiz ins Ausland ausgelagert wurde, hagelte es politische Proteste. Ohne Erfolg. Unterdessen wurden die Leibchen in verschiedenen Ländern hergestellt. Unter anderem in Thailand, Rumänien und Indien.
T-Shirt grün
Hemden Für die Lieferung von Hemden und Blusen vergab die Armasuisse jüngst einen Auftrag an die J. Weder-Meier AG in Diepoldsau SG. Wo die Kleidungsstücke produziert werden, ist jedoch nicht bekannt.

Die Ausrüstung eines Rekruten. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Keystone

(mwa)

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