Tuner unterstützen Raser-Initiative

Autofreunde am Tuningtreffen in Buchs frönen der Formschönheit und wollen nicht rasen. Am 15. Tuningtreffen in Buchs AG kamen am Wochenende die Liebhaber von Chrom und Lack zusammen. Die Strassenopferstiftung Road Cross sammelte Unterschriften für ihre Raser-Initative.

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Tuner unterstützen Raser-Initiative

Tuner unterstützen Raser-Initiative

Michael Hugentobler

Am Sonntagmorgen ist der Parkplatz vor dem Wynecenter in Buchs voll belegt. Dies, obwohl die Migros geschlossen hat. Wer heute hier ist, will nicht einkaufen, sondern Autos bestaunen. Das «Golf GTI Team Evolution» lud zum 15. internationalen Treffen der Marken VW, Audi, Seat und Skoda.

Autofans aus der Schweiz, aus Deutschland und Österreich röhren in Scharen heran. Sie haben den Grossteil des Winters in ihrer Werkstatt verbracht und wollen jetzt herzeigen, was alles verchromt, tiefergelegt und aufgemotzt wurde.

Es geht um die Form

Nadine Portner, Mitorganisatorin des Tuningtreffens, erklärt, was es mit Tuning auf sich hat: «Es geht um die Liebe zum Auto. Wir lassen das Fahrzeug zu einer Persönlichkeit werden, wollen es hegen und pflegen und zu einem Einzelstück formen, nach dem sich Passanten umdrehen. Es geht auch darum, handwerklich begabt und kreativ zu sein.»

Dieser Prozess beansprucht eine Menge Zeit und Geld. Tausend Stunden Arbeit und 50 000 Franken nehmen die Teilnehmer des Treffens gerne in Kauf, um ihrem Auto das erwünschte Aussehen zu verleihen.

Rasen? Nein danke!

«Wer so viel in sein Fahrzeug investiert, riskiert keinen Unfall und gibt nicht Gummi», sagt Silvan Saxer aus Tägerig, ein Teilnehmer des Tuningtreffens, «denn in so einem Auto steckt wahre Liebe drin.»

Silvan Saxers Wagen hat magere 60 PS unter der Haube. Das stört ihn nicht im Geringsten. «Es ging mir nie um die Leistung», sagt er.

Diese Einstellung teilen die meisten Teilnehmer in Buchs. Auch Sandro Widmer aus Nebikon ist die Optik wichtiger als die Geschwindigkeit.

«Das Aussehen des Wagens ist ausschlaggebend», sagt Widmer. Man sollte beim Tuning nie bei anderen abschauen. Es gehört zum guten Ton, einen eigenen Stil zu entwickeln. Auch ein Auto könne ein Kunstwerk sein, sagt Widmer.

Ein Zeichen setzen

Den Organisatoren des Tuningtreffens liegt viel daran, nicht mit den Rasern in Verbindung gebracht zu werden. Aus diesem Grund luden sie die Strassenopferstiftung Road Cross ein, die Unterschriften für die Volksinitiative «Schutz vor Rasern» sammelt.

«Wir erwarten heute bis zu 300 Unterschriften», sagt Sabine Jurisch, Mediensprecherin von Road Cross. «Bisher ist die Resonanz sehr gut.»

Es sei nicht so, dass man sich hier in die Höhle des Löwen begebe, sagt Sabine Jurisch weiter. «An solchen Veranstaltungen ist das Verständnis für Raser-Opfer sehr hoch. Seit Ende April konnten wir knapp 60000 Unterschriften sammeln.»