Zahlreiche Wohnblöcke, eine Schule, ein Theatersaal, ein Supermarkt, ein Hotel und auch eine Diskothek gab es in Skrunda-1, als die Stadt zur Hochzeit des Kalten Krieges florierte. Der Ort wurde vom sowjetischen Militär rund um eine Radarstation errichtet, die vor Flugkörpern und Raketen aus Westeuropa warnen sollte. Die Bevölkerung von Skrunda-1 bestand vorwiegend aus den Familien, die die dort stationierten Soldaten und Wissenschafter mitbrachten. 

Trotz ihrer Grösse wussten nur wenige Menschen von der Existenz der Stadt, die rund zwei Autostunden von der Hauptstadt Riga entfernt, versteckt in den Wäldern liegt. Die Militärbasis galt als geschlossene Stadt mit strengen Zutrittsvorschriften.

Als die Sowjetunion schliesslich zerfiel, hinterliessen die Bewohner eine Geisterstadt. Die lettische Regierung hatte keine Verwendung für die im Wald verborgenen Gemäuer. 1998 wurden zwar die beiden grossen Radar-Anlagen demontiert und abgerissen. Den grossen Rest der einstigen geheimen Stadt wurde allerdings seinem Schicksal überlassen – zu teuer wäre ein Abriss den Staat gekommen. (luk)