Shopping und Kulturgenuss im Städtli

Ein Pfund zum Wuchern: Die Rheinfelder Altstadt erlebte in der Neuzeit zwar ständig einen Wandel, speziell im Geschäftsleben, doch sie bewahrte sich unter Geschichtsliebhabern den Ruf, schier Unerschöpfliches zu bieten.

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Altstadt Rheinfelden
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Altstadt Rheinfelden

Aargauer Zeitung

Peter Rombach

Für den Schnellreisenden eignet sich ein Besuch in der Rheinfelder Altstadt kaum, es sei denn, er stürmt in Beizen oder Souvenirläden und schenkt dem Historischen keinerlei Beachtung. Wer Geschichte nachvollziehen möchte, findet im Städtli, wie die Einheimischen liebevoll ihre Altstadt nennen, die richtigen Adressen. Um nur ein Beispiel zu nennen: das Fricktaler Museum an der Marktgasse oder die Johanniterkapelle am Rheinufer.

Verborgen bleibt es dem Betrachter nicht, dass es baulichen wie gesellschaftlichen Wandel in der Neuzeit gab. Insbesondere häufige Wechsel in Geschäftsbesatzungen waren augenfällig. Mode Vögeli und Bata Schuhe sind weiterhin gegenwärtig, der Tiefpreisanbieter Otto's verzog sich, machte einer Boutique Platz. Nebenan das traditionsreiche Restaurant Salmen mit Bistro zur Marktgasse hin - Pächterwechsel.

Das PAF mit gelegentlichen Literaturlesungen gehört mit zu den Besonderheiten. Und das Raucherlokal an der Ecke zur Brodlaube gilt ebenfalls als bereichernder Exot. Im «Gambrinus» hocken gerne SP-Leute, dort gibts neben intensiven Gesprächen auch mal Kleinkunst und kleine Feten. Das Rathaus mit seinem markanten Turm verströmt eher Ruhe im Städtli-Ensemble, was allerdings nicht für die darin wirkenden Mitarbeitenden gilt. Viele Ideen und Aktivitäten strömen von dort hinaus, um Rheinfelden auch für die Zukunft gut aufzustellen. Dem Stadtmarketing passt auch das Städtli ausgezeichnet in die Offensiv-Strategie, noch mehr Touristen anzulocken. Wenn sie da sind, gilt ihr Staunen dem im Rathaus-Innenhof stehenden Tisch mit den Wappen aller Zähringerstädte.

Strukturwandel vollzogen

Bewunderung der historischen Bauten ist eines, der Strukturwandel etwas anderes. Die Migros ist verschwunden, das bislang einzige Fotofachgeschäft ist seit Monaten wegen «dringender Deckenbauarbeiten» geschlossen. Jeweils am Rande des Zähringerplatzes schaffen noch Metzgerei und Bäckerei für die Städtli-Szene. Ohne treue Stammkundschaft kämen sie wirtschaftlich wohl nicht über die Runden. Dann gibts noch zwei renommierte Confiserien am Rande der Altstadt, die auch dazu beitragen, dass Rheinfelden ein Markenzeichen ist.

Nach Schliessung der alten Rheinbrücke für den Individualverkehr, wo in Spitzenzeiten täglich bis zu 14 000 Autos den alten Grenzübergang passierten, kehrte mehr Lebensqualität ein. Der Gemeinderat nahm die Verkehrsberuhigung zum Anlass, den Entwicklungsplan Schifflände voranzutreiben, neue Überbauungen wie Pile-Up und Rhygärte zu ermöglichen, die Strassensanierung im Bereich alter Zoll und Fröschweid zu realisieren. Die Altstadt entwickelt sich weiterhin positiv.

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