Die Tourismus-Chefin der österreichischen Wirtschaftskammer sprach bereits von einem Minus von 50 Prozent bei kurzfristigen Buchungsanfragen, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete. Ein Grossteil der Skilifte ist zwar weiterhin offen, die Anfahrt in einigen Fällen aber schwierig oder unmöglich.

Die Tourismus-Experten sind zuversichtlich, dass die ergiebigen Schneefälle langfristig von Vorteil sein werden. "Die aktuellen Schneemengen garantieren, dass wir bis zum Saisonende beste Pistenverhältnisse haben werden", sagte Girardoni. Die grossen Schneemengen würden nach Möglichkeit als Piste präpariert, die Schneeunterlage der Pisten sei also entsprechend hoch. "Auch bei Tauwetter bleiben sie dann gut", erklärte Girardoni.

Gebiet als Katastrophenfall erklärt

Im Süden Deutschlands und in Österreich kämpfen die Menschen weiter mit riesigen Schneemassen. In Bayern sind eine Siedlungen und eine Gemeinde wegen Schnees weitgehend abgeschnitten, aber mit Lebensmitteln ausreichend versorgt. Einige Gebiete sind zum Katastrophenfall erklärt worden, so zum Beispiel der südliche Landkreis Berchtesgaden.

So versinkt Deutschland im Schnee

So versinkt Deutschland im Schnee

Eindrückliche Aufnahmen aus Deutschland zeigen die Situation am Donnerstag.

Seit Tagen schneit es vor allem im Alpenraum immer wieder. Dort gilt auch für Donnerstag die zweithöchste Lawinenwarnstufe. In Österreich sind seit dem Wochenende mindestens sieben Menschen in den Schneemassen ums Leben gekommen.

Darunter waren zwei Deutsche, die am Sonntag in Vorarlberg von Lawinen verschüttet wurden. Am Mittwoch wurde ein 16 Jahre alter Deutsch-Australier vor den Augen seiner Familie beim Skifahren von einer Lawine in den Tod gerissen.

Zudem starben zwei Skifahrer, die bei Stürzen im meterhohen Schnee versanken, sowie zwei junge Schneeschuhwanderer, die am Montag tot unter einem Lawinenkegel gefunden wurden. Seit Samstag werden zudem zwei Tourengeher vermisst.

Am Mittwoch waren ausserdem in einem Skigebiet sechs Schüler aus Ostdeutschland von einer Lawine erfasst und teils verschüttet worden, sie konnten sich alle retten. In Bayern kam seit dem Wochenende ein Mensch in einer Lawine ums Leben.

Verschärfung der Lawinengefahr in Österreich

Meteorologen erwarten in Österreich weitere Schneemassen und damit eine Verschärfung der Lawinengefahr. Es müsse mit bis zu einem halben Meter Neuschnee gerechnet werden, berichtete der Wetterdienst des Senders ORF am Donnerstagmorgen. Bis Freitag werde es in Vorarlberg, Nordtirol, Salzburg, der Obersteiermark und in den Alpen Ober- und Niederösterreichs weiter schneien.

Zu vielen Orten wurden die Zufahrtsstrassen wegen Lawinengefahr gesperrt. Dadurch sitzen auch immer mehr Touristen fest. Wie schon am Mittwoch sind die beliebten Reiseziele Obertauern, Lech, Zürs und Hallstatt weiter nicht zu erreichen.

Häftlinge im Schneeräum-Einsatz

Starke Schneefälle haben zudem im Norden Tschechiens ein Verkehrschaos ausgelöst. Die Stadt Jablonec nad Nisou (Gablonz an der Neisse) rief am Donnerstag den Krisenfall aus, weil die Schneemassen nicht mehr geräumt werden konnten. Bei den Aufräumarbeiten würden auch Häftlinge aus Gefängnissen eingesetzt, sagte eine Sprecherin der Agentur CTK.

Rund 9000 Haushalte waren nach Angaben des Versorgers CEZ vorübergehend ohne Strom, weil Leitungen beschädigt wurden. Die Feuerwehr rückte zu Dutzenden Einsätzen aus, um Bäume zu entfernen, die unter der Schneelast auf Strassen gekippt waren. Der Grenzübergang nach Polen in Harrachov wurde für Lastwagen gesperrt.

Besonders betroffen war auch die Erzgebirgsregion, wo mehrere Landstrassen geschlossen werden mussten. Der Wintersportort Bozi Dar (Gottesgab) war zeitweise von der Umwelt abgeschnitten. Er gilt als höchstgelegene Stadt in Tschechien. Der nationale Wetterdienst CHMU sagte für die nächste Zeit weitere Schneefälle voraus.