Orange
Naturarzt gegen Antenne

Orange will im Zentrum von Suhr eine Mobilfunkantenne errichten. Dagegen wehrt sich Marc Antoine Viatte. Seine Praxis für Naturmedizin und Bioresonanz läge im direkten Funkstrahl der neuen Antenne.

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Marc Antoine Viatte

Marc Antoine Viatte

Stadtanzeiger Aarau

Hubert Keller

Das Bioresonanzgerät, so gross wie zwei Schuhschachteln, setzt Marc Antoine Viatte, der in Suhr auch eine Drogerie besitzt, unter anderem zur Diagnose und zur Therapie ein. Das hoch- empfindliche Gerät misst Schwingungen in Bereichen, die Hirnströmen entsprechen. Viatte vermag chronische oder subakute Störungen zu erkennen, bevor sie dem Patienten oder dessen Arzt als medizinisches Problem bewusst werden.

Habe ich ein gutes Gefühl, fühle ich mich in diesem energetischen Umfeld wohl? Oder ist mir umgekehrt eine Umgebung unangenehm? Der Mensch, doch nicht jeder gleich stark, reagiert auf allerfeinste Strahlungen. Dies macht sich der Naturarzt bei der Diagnose und Therapie mittels bioenergetischen Testverfahren zunutze.

Nun plant Orange Communication SA in unmittelbarer Nachbarschaft der Praxis eine Antenne. Der Regierungsrat hat das Okay zum Baugesuch bereits erteilt. Der Ball liegt nun beim Gemeinderat. Formell besteht kaum die Möglichkeit, den regierungsrätlichen Entscheid umzustossen.

Das weiss auch der Naturarzt. «Doch wie soll sich etwas bewegen, wenn nicht von der Basis her Druck gemacht wird?», fragt Viatte, der nicht mehr und nicht weniger verlangt, als dass für die Antenne ein anderer Standort gesucht wird, wo seine Messungen und Therapien nicht negativ beeinflusst werden.

Als Viatte sich für seinen Praxisstandort entschied, achtete er penibel genau auf die Belastungen durch Elektrosmog. Er liess die Räume durch eine Fachperson ausmessen.

Der Standort zeigte sich als günstig, nicht zuletzt weil auch der Vermieter bereits Massnahmen gegen Elektrosmog-Belastungen getroffen hatte. Zudem liess sich Viatte die Garantie geben, dass auf dem Dach keine Antennen erstellt würden. «Dies waren wichtige Gründe für die Wahl des Standorts», erklärt der Naturarzt.

Trotz der guten Lage investierte Viatte einige tausend Franken, um die hohen Erwartungen, die an bioenergetische Diagnosen und Therapien heute gestellt werden, zu erfüllen.

Auch Naturarzt Viatte verwendet in seiner Praxis, die von Lampen erhellt wird, selbstverständlich PC und Telefon. Doch all diese Geräte sind speziell geerdet und geschützt und stellen so keine Elektrosmogbelastungen mehr dar. Geräte wie PC bleiben während den Messungen und Therapien ausgeschaltet.

Durch die Sendeleistung, Streuung und Frequenzbandbreite würden seine Messungen überlagert und verfälscht, erklärt Viatte. Zudem könnte sein Gerät die Strahlung der Antenne verstärkt auf die Patienten übertragen.

Strahlungen haben einen Einfluss auf Mensch und Natur. Daran könne niemand mehr zweifeln, sagt Viatte. Nur reagiere eben nicht jeder Mensch gleich stark auf Strahlungen. Deren Wirkung aber deswegen zu verniedlichen, sei unwissenschaftlich. «Auch die Einhaltung von Richtwerten ist keine Garantie, dass Strahlen nicht von Fall zu Fall schädlich sind.» Insbesondere gelte diese für erkrankte Menschen.

Wenn denn Strahlungen so unbedenklich sein sollen, wie sie dargestellt werden, begreife er nicht, warum Richtwerte ständig herabgesetzt würden, wie dies gerade im Fürstentum Liechtenstein geschehen sei.

Ein anderer Antennenstandort ohne direkten Funkstrahl auf seine Praxis würde seine seriöse Tätigkeit als Naturarzt nicht gefährden, sagt Marc Antoine Viatte und hofft auf den «weisen Entscheid» des Gemeinderats.

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