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Nachspiel zur Schlägerei am Jurasüdfuss

Eigentlich ist die 4. Fussballiga als Knochenliga berühmt-berüchtigt. Und in der 5. Liga spielen Freizeitkicker aus Spass. Nicht so beim Spiel zwischen Lommiswil und dem FC Grenchen, wo es hart auf hart ging. Nach dem Spiel eskalierte die Situation. Der Verband betrachtet die Grenchner als Sünder.

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Solothurner Zeitung

Urs Byland

Die zweite Mannschaft des FC Grenchen darf nicht mehr kicken. Der Kantonale Fussballverband suspendierte die Mannschaft vom Spielbetrieb der 5. Liga in der Hinrunde (wir berichteten). Nicht weniger als fünf Spieler dieser Mannschaft wurden als Täter identifiziert und suspendiert. Hinzu kommt eine rote Karte für einen sechsten Spieler. Keine Strafen oder Supensionen wurden für die zweite Mannschaft des FC Lommiswil ausgesprochen.

Tomas Jorge, der Präsident des Grenchner Vereins versteht die Welt nicht mehr. «Mir haben Trainer und Beteiligte glaubhaft versichert, dass die Ausschreitungen von den Lommiswiler angezettelt wurden. Mir ist unbegreiflich, dass sie nicht bestraft werden sollen.»

Sachverhalt klären

Ende September nun soll eine Anhörung in diesem Fall beim Kantonalen Fussballverband in Zuchwil stattfinden. «Wir wollen den Beteiligten das rechtliche Gehör gewähren», erklärt der Präsident der Wettspielommission beim Kantonalfussballverband Martin Schmalz. Und man will sich den genauen Ablauf der Auseinandersetzung von den Spielern der beiden Mannschaften erklären lassen. «Wir haben bis jetzt die Rapporte des Schiedsrichters sowie des anwesenden Inspizienten. Diese zeigen, dass während des Spiels die Mannschaften sich gegenseitig anstachelten, dass aber nach dem Spiel die Aggression von den Grenchnern ausging. Der Verband will sich ein genaues Bild zum Sachverhalt machen können. Deswegen sind die Aussagen der Spieler und Trainer nötig.» Konkret will man wissen, wer beispielsweise wie oft zugeschlagen hat, was Auswirkungen auf das Strafmass haben könnte. Nach der Anhörung werden allfällige Strafen definitiv. Schmalz bestätigt, dass aufgrund der Berichte von Schiedsrichter und Inspizient Lommiswil keine Strafen zu erwarten habe. Stand jetzt. Zu den gegenteiligen Äusserungen der Vereine zum Sachverhalt sagt Schmalz: «Die Erfahrung zeigt, dass bei solchen Zwischenfällen keiner der Fussballvereine schuldig sein will.»

Nur Provokationen und Fouls

Einer der betroffenen Spieler de zweiten Mannschaft vom FC Grenchen, der nicht namentlich erwähnt werden will, erklärt: «Schon während dem Match wurde nicht mehr gespielt. Spieler beider Mannschaften haben andauernd provoziert und gefoult.» Er habe nach dem Abpfiff gesehen, wie ein Lommiswiler Spieler tätlich gegen einen Mannschaftskollegen wurde. «Dann eskalierte die Situation. Spieler und Zuschauer gingen aufeinander los.» Er auch? «Ich habe mich nur gewehrt», erklärt der FCG-Spieler. Noch in der Kabine hätten er und seine Kollegen das Vorgefallene bedauert. Nun warte er die Anhörung ab und hofft auf eine mildere Strafe.

Inspizient war zufällig vor Ort

Von Seiten der Lommiswiler erklärt Spiko-Präsident Jonas Lischer, der nicht am Spiel anwesend war, zum Spiel: «Ich bin froh, dass zufällig ein Schiedsrichter-Inspizient anwesend war.» Seine Spieler seien geschockt von den Vorfällen gewesen. «Ich bin kein Rassist, aber wenn es Probleme gibt, dann oft bei Vereinen mit Spielern aus dem Balkan. Und beim Grenchner Verein gibt es nicht viele Schweizer.» Er sei nach Gesprächen mit Spielern und den beiden Trainern der zweiten Mannschaft von Lommiswil überzeugt, dass die Grenchner die Schlägerei angezettelt hatten. «Man kann nicht gleicher Meinung sein, aber auch dann kann man noch miteinander reden und nicht einfach zuschlagen», so Lischer.

Lommiswils Spielertrainer Christoph Schmitter spielte gegen Grenchen. «Es war ein harter Match, ganz klar. Es gab zwei, drei grobe Fouls von beiden Mannschaften, aber solche Spiele sind nicht selten. In der Pause entwickelte sich ein Diskussion zwischen Grenchner Spielern und dem Schiedsrichter, wegen dem ja ein Inspizient vor Ort war.» Eskaliert sei die Situation nach dem Spiel, wobei Schmitter betont, dass die Grenchner die Schlägerei gestartet haben. «In unseren Augen trifft uns keine Schuld. Wir fühlen uns bestätigt mit den Rapporten an den Verband. Sonst hätten wir Strafen erhalten. Unsere Spieler haben sich nur geschützt.»

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