Wohnheim Schmelzi
Musikfest für mehr Toleranz

Am Samstag lanciert Das Wohnheim Schmelzi im Rahmen ihres jährlichen Festes ein Open Air. Die soziale Institution möchte Nachwuchsbands eine Plattform bieten und den Umgang zwischen den Bewohnern und der Bevölkerung fördern.

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Wohnheim Schmelzi

Wohnheim Schmelzi

Grenchner Tagblatt

Seit zwölf Jahren besteht die Wohnstätte. Seit dem ersten Jahr findet das Schmelzi-Fest statt. Mit diesem Anlass soll der Umgang zwischen den heute rund 120 Klientinnen und Klienten und der Bevölkerung gefördert werden. Institutionsleiter Guido Studer: «Nach wie vor herrschen Vorurteile und fest gefahrene Meinungen über den Sinn und Zweck unseres Betriebs.»

Im Zug der Planung des vor zwei Jahren eröffneten Erweiterungsbaus habe man die Kommunikation verstärkt und die Türen für die Bevölkerung geöffnet. Vom Open Air erhofft sich die Heimleitung einen weiteren Schub für mehr Toleranz und Verständnis.

Mischung verschiedener Stile

Die Initialzündung für die Idee kam Guido Studer. Er beauftragte den Sozialarbeiter Uriel Omlin als Projektleiter. Dabei sollte nicht das Ziel sein, bekannte Bands zu engagieren, sondern Nachwuchsmusikern aus der Umgebung eine Plattform zu geben.

Uriel Omlin erinnert sich: «Es war nicht einfach, die Kontakte zu den zweifellos recht zahlreich existierenden Formationen herzustellen. Es gibt schlicht kein entsprechendes Informationsportal. Der Solothurner Musiklehrer, Bjarne Friis, hat uns schliesslich auf die Sprünge geholfen.»

Das Programm

Das Schmelzi Open Air findet am Samstag, 5. September, auf dem Schmelzi-Spielplatz statt. Zwischen 12 und 21.15 Uhr treten neben den bekannten Bands von Tinu Heiniger und Excelsis vor allem Solothurner Nachwuchsformationen auf: R & P Entertainment, Indecisions, Manifold, Pest Control, Donne, The green Curtains und Tabula Rasa. Der Eintritt ist frei. Es wird eine Festwirtschaft betrieben. Zeitplan: www.schmelzi.ch (mgt)

Ganz wollte die Institution nicht auf etablierte Musikgrössen verzichten. Als Zugpferde treten Tinu Heiniger, die Frauen-Band Donne und die Gruppe Excelsis auf. Zwischen 12 und 21 Uhr treten in halbstündigen Intervallen Gruppen aus der Region auf. Das Open Air findet auf dem Schmelzi-Spielplatz unweit des Wohnheims statt.

Begegnungsräume schaffen

Obwohl die Bands unentgeltlich auftreten, hat sich das Unterfangen als aufwändiges und finanz-intensives Projekt entpuppt. «Die Infrastruktur kostet relativ viel», sagt Omlin. Dennoch verzichtet die Institution auf ein Eintrittsgeld. Mit dem Betrieb einer Festwirtschaft wollen die Organisatoren einerseits einen Teil der Kosten decken, andererseits sind die Einnahmen dazu vorgesehen, Lager und Freizeitaktivitäten der Bewohnerinnen und Bewohner zu finanzieren.

Ausgeschenkt werden unter anderen alkoholfreie Getränke in Form von speziell gemixten Drinks. Praktisch die gesamte Belegschaft und alle Klienten stehen während des Anlasses auf den Beinen und wollen dafür sorgen, dass das 1. Schmelzi Open Air zu einem Erfolg wird. «Wir hoffen natürlich auf das nötige Wetterglück und einen Grossaufmarsch», so Uriel Omlin.

Schritt zurück in die Gesellschaft

Das Angebot des Wohnheims Schmelzi basiert heute auf vier Eckpfeilern: geschütztes Wohnen mit ständiger Begleitung; begleitetes Wohnen in zugemieteten Räumen, das Leben innerhalb einer Wohngemeinschaft und einer Tagesstätte (Arbeitsbeschäftigung).

Die verschiedenen Stufen haben zum Ziel, den hilfebedürftigen Menschen eine Reintegration in die Gesellschaft zu ermöglichen. Die Durchlässigkeit in allen Stufen macht die Angebote flexibel - sie können dem jeweiligen Bewohner individuell angepasst werden.

Als Übergangslösung bietet das Wohnheim auch ein spezielles Wohntraining an, das von externen Personen in Anspruch genommen werden kann. Nach der Einführung des Neuen Finanzausgleichs sind die Pflichten und Rechte des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) im vergangenen Jahr an den Kanton übergegangen.

Eingewiesen werden hilfebedürftige Menschen in erster Linie von den Behörden oder von Kliniken. Finanziert wird das Wohnheim Schmelzi durch Kostgeldbeiträge sowie durch Spenden. (mgt/dd)

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