Wasserkraftwerk
Mehr Strom aus Aare

Die Arbeiten im Wasserkraftwerk Flumenthal sind nach über drei Jahren abgeschlossen. Die modernisierte Anlage leistet jetzt sechs Prozent mehr und erzeugt zusätzlichen Strom für rund 1750 Haushalte. Die Investition betrug etwa 30 Millionen Schweizer Franken.

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Kraftwerk Flumenthal

Kraftwerk Flumenthal

Solothurner Zeitung

Mehr Effizienz. Mit diesem Ziel begannen im Wasserkraftwerk in Flumenthal 2006 die Arbeiten an den drei horizontalachsigen Turbinen-Generatorgruppen. Nach über drei Jahren sind diese Arbeiten jetzt abgeschlossen, die teilte die Besitzerin, die Alpiq Holding AG, gestern in einer Medienmitteilung mit.

Das Resultat der Modernisierung ist eine Effizienzsteigerung von sechs Prozent. Das entspricht laut Alpiq einer Mehrproduktion von acht Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Bei einem durchschnittlichen Haushaltsverbrauch von 4500 Kilowattstunden ist dies zusätzlicher Strom für ungefähr 1750 Haushalte. In die Arbeiten zur Effizienzsteigerung investierte die Alpiq rund 30 Millionen Franken.

Gestaffelte Arbeiten an den Turbinen

Bereits im Jahr 1993 hat die Atel Hydro AG, eine Tochtergesellschaft der Alpiq, abgeklärt, wie die Leistung des Wasserkraftwerkes Flumenthal erhöht werden kann. Nach erfolgreichen Modellversuchen wurden die Arbeiten im Zuge einer Gesamterneuerung im Jahr 2006 begonnen. Zu diesem Zeitpunkt war das Kraftwerk schon seit mehr als 270 000 Stunden in Betrieb. Die erste Turbinen-Generatorgruppe rüstete die Atel Hydro AG während etwa sechs Monaten im Winter 06/07 um. Die Erneuerung der beiden anderen Gruppen erfolgte jeweils um ein Jahr gestaffelt.

Im Frühjahr 2009 ging die letzte Maschinengruppe wieder in Betrieb. Die Modernisierung des Kraftwerkes umfasste eine Generalrevision der Maschinengruppen mit Einbau von neuen Turbinenwellen und strömungstechnisch modifizierten Turbinenrädern, den Ersatz der elektrischen Steuerungs- und Regelungseinrichtungen sowie der Eigenbedarfs- und Generatorschaltanlagen.

Modifizierte Turbinenräder

Mit dem Einbau von neuen, modifizierten Turbinenrädern konnte durch die Vergrösserung des Turbinen-Strömungsquerschnittes sowie der Optimierung der Laufradform der Wirkungsgrad und die Schluckfähigkeit der Turbinen deutlich verbessert werden. Daraus resultiert eine Effizienzsteigerung des Kraftwerkes von rund sechs Prozent.

Für die Durchführung der Arbeiten waren keine baulichen Anpassungen am Gebäude des Kraftwerks selber notwendig. Auch änderten sich die Abflussverhältnisse in der Aare und die Staukoten im Ober- und Unterwasser nicht. Mit den Modernisierungsarbeiten wurde die Kraftwerksanlage laut Medienmitteilung lediglich an den heutigen Stand der Technik angepasst. Zudem sei damit die energetische Ausnutzung der Gefällstufe durch Effizienzsteigerung im Sinne der vom Bundesrat beschlossenen Energiepolitik optimiert. (mgt)