Heimfallverzichtsentschädigung
Kanton macht Bombengeschäft mit Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt

Die neue Konzession für das Wasserkraftwerk Ryburg-Schwörstadt steht kurz vor Abschluss. Der Kanton Aargau unterstützt die Konzessionierung, lässt sich dafür aber fürstlich entschädigen - mit einem Aktienpaket im Wiederverkaufswert von mindestens 250 Millionen Franken.

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Kraftwerk produziert ohne Konzession

Kraftwerk produziert ohne Konzession

Der Kanton Aargau hat gute Unterhändler, sehr gute sogar. Er lässt sich die neue Konzession fürs Wasserkraftwerk Ryburg-Schwörstadt (KRS) in Rheinfelden fürstlich entschädigen. Dabei vergeben die Konzession andere, nämlich Bund und das Land Baden-Württemberg. Beim Kanton Aargau liegt die wirtschaftilche Nutzniessung.

Der Kanton Aargau unterstützt die Erteilung der neuen Konzession, hat von den Betreibern der Anlage aber eine sogenannte «Heimfallverzichtsentschädigung» verlangt. Dies sei bei grossen Wasserkraftanlagen als Voraussetzung für die Neukonzessionierung üblich, schreibt der Kanton.

Fürstliche Entschädigung ausgehandelt

Als Entschädigung lässt sich der Kanton Aargau von den bisherigen Aktionären (Axpo AG und Alpiq AG) eine 23-Prozent-Beteiligung am KRS geben. Das ist viel Geld. Denn das Aktienpaket hat einen Wiederverkaufswert von mindestens 250 Millionen Franken.

Zusätzlich übernimmt der Kanton mit der Beteiligung pro Jahr rund 166 Gigawattstunden zu Produktionskosten. Diese kann er dann gewinnbringend verkaufen. Die Stromverwertung bringt dem Kanton schon im laufenden Jahr rund sechs Millionen Franken. Der Kanton Aargau kann den ihm zustehenden Anteil Strom aus dem KRS seit dem 1. März 2010 nutzen. (skh)