Roman Schenkel

Neben den üblichen Verdächtigen - jede Menge Velos und Mofas liegen verrostet und algenbehangen auf dem Grund des Kanals - erregen vor allem die lebendigen Bewohner des Aarekanals die Aufmerksamkeit der Schaulustigen: Die Biber, die im Mitteldamm ihren Bau haben, und die Fische werden zwangsumgesiedelt.

Das Einfangen der Biber erweist sich als schwierig. Die Tiere sind flink und versuchen immer wieder auszubrechen. Doch dem Wildhüter Peter Hohler gelingt es schliesslich, die drei ausgewachsenen sowie die zwei Jungtiere mit dem Netz zu fangen. Er entnimmt ihnen eine DNA-Probe, sodass die Tiere wiedererkannt werden können, und lässt sie dann im Altarm der Aare wieder frei.

Das Fischerherz hüpft

Im seichten Wasser sind die zahlreichen Fische von blossem Auge erkennbar. «Aale, Äschen, Barben, Wels und viele mehr haben wir bereits eingefangen», erzählt Markus Jurt, Präsident der Fischerzunft Aarau. Die Artenvielfalt und die hohe Anzahl liessen das Fischerherz höher schlagen, freut er sich. «Bachneunaugen sind eigentlich selten, wir haben heute aber schon einige gefangen», so Jurt.

Die Fische werden rustikal gefangen: Mit einem Elektrofanggerät werden sie für kurze Zeit betäubt und mit Netzen aus der Aare geholt. «Dabei müssen die Fischer mit grosser Vorsicht vorgehen und sich mit Gummistiefeln und Handschuhen vor einem Stromschlag schützen», erklärt Jurt.

Neben der Fischerzunft Aarau ist auch der Fischerverein Schönenwerd tatkräftig im Einsatz. Beim Stauwehr Schönenwerd werden die Fische in grossen Bottichen gesammelt. Die Biologin Claudia Friedl untersucht eine Auswahl der gefangenen Fische. «Das oberste Ziel ist natürlich, möglichst viele Fische zu retten. Wir versuchen hier zudem einen Überblick über die Artenvielfalt und die Altersstruktur der Aarefische zu erarbeiten», erklärt sie.

Dafür werden die Fische bestimmt und gemessen. Das Messen der Fische ist allerdings nicht einfach: Besonders die glitschigen Aale winden und ringeln sich hin und her. Doch danach erwartet sie wieder die Freiheit.