«Ich dachte, ich kann das auch»

Der Winistörfer Hans Wüthrich versorgt die Ställe der Region mit der notwendigen Maschinerie. Stammkunde Martin Flückiger schwört auf die Qualitäten Wüthrichs.

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Solothurner Zeitung

Mirjam Arnold

Wenn am frühen Morgen die Sonnenstrahlen über die bewaldeten Hügel des Seitenarms des Langetentals streifen, den Tau auf den Wiesen wachküssen und die Vögel ihr erstes Lied anstimmen, ist Hans Wüthrich bereits unterwegs. Als Stalltechniker ist er früh auf den Beinen. «Wenn eine Maschine den Geist aufgibt, oder kaputt geht, so passiert das meistens zu Hochbetriebszeiten», erklärt Wüthrich. Womit wir wieder beim Morgentau wären: Sein erster Kunde heute ist Martin Flückiger aus Ursenbach. Auf seinem Bauernhof Lünisberg wird Hans Wüthrich bereits erwartet.

Gemeinsam geht es in den Stall, wo die Maschinen begutachtet werden. Martin Flückiger sei einer seiner ersten Stammkunden gewesen, erklärt Wüthrich. Mittlerweile umfasst seine Klientel rund 700 Kunden in der Region. «Aus Qualitätsgründen, fahren wir nur Kunden bis zu ungefähr einer Stunde Fahrzeit an», erklärt der Stalltechniker. Da die Maschinen meist dann kaputt gehen, wenn sie gebraucht werden, sei ein schneller Service besonders wichtig.

Angefangen bei null

Die Stalltechnik umfasst drei Teilgebiete. Einerseits die Stalleinrichtung, mit den Stahlgittern der Fressvorrichtung und Boxen für die Kälber. Dann den Melchstand und die hydraulisch angetriebene Entmistungsanlage. Bauer Flückiger bezieht alle drei Dienstleistungen bei Wüthrich. «Nachdem mein Hof abgebrannt war und ich bereits vorher gute Erfahrungen mit Hans gemacht habe, sah ich keinen Grund, jemand anderem den Vorzug zu geben», sagt er.

Wüthrich fing mit seinem Projekt «Stalltechnik» praktisch bei null an. Den Beruf könne man nicht erlernen. Hinzu komme, dass er sich bereits nach einem Jahr als ausgebildeter Elektromonteur den Schritt in die Selbstständigkeit als Stalltechniker wagte. Hans Wüthrich: «Ich dachte mir einfach, ‘Ich kann das auch' und so fing es an.» Was den Bauern damals fehlte, erwies sich für ihn als Glücksfall. «Vielen fehlte vor allem die Melkmaschine». Ein Bekannter Wüthrichs brachte ihn dann bei verschiedenen Bauern ins Gespräch.

Sein Betrieb zeichnet sich durch die konstante Grösse aus: Die Maschinen importiert er seit 25 Jahren vom selben Hersteller in Österreich, zudem hat Wüthrich seit 24 Jahren den gleichen Monteur angestellt und beschäftigt noch einen weiteren Aushilfsmonteuren. Seine Frau arbeitet zu 50 Prozent im Büro, «was den Vorteil hat, dass man auf niemand externen zurückgreifen muss», erklärt Wüthrich weiter.

Futter elektronisch beziehen

In den 30 Jahren seines Arbeitens habe sich viel verändert. Da sind die neuen Tierschutzbestimmungen. «Kühe dürfen nicht mehr angebunden werden, was einige Herausforderungen mit sich bringt», meint er. So tragen die Kühe nun sogenannte Transsponder, mit denen sie ihr Futter quasi elektronisch beziehen können. Dies stellt Anforderungen an neue Einrichtungen.

Früher habe es mehr, aber kleinere Betriebe gegeben, «heute sind sie grösser, aber es gibt weniger», resümiert der Stalltechniker. Dadurch steige der Preiskampf unter den insgesamt fünf regionalen Vertretern. Martin Flückiger ist dieser Preiskampf egal. «Bei Hans hat man immer den gleichen Ansprechspartner. Ich kann mich zu 100 Prozent auf ihn verlassen. Sowohl Service als auch Produkt sind stets einwandfrei», nennt er die Vorteile des Kleinbetriebs. Im Gegenzug zeigt sich Wüthrich mit seiner Klientel sehr zufrieden. «Bauern investieren nur, wenn sie auch bezahlen können.» So mussten in den letzten 30 Betriebsjahren nur zwei Bauern betrieben werden.

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