Hilfe
Hilfe für den «Wilden Osten»

Seit vier Jahren bringt der Verein Help-Point Sumy mit Sitz in Wohlen AG humanitäre Hilfsgüter nach Sumy/Ukraine, in erster Linie Spitalbetten, medizinisches Material, Ausrüstung und Fahrzeuge für Feuerwehr und Polizei sowie Mobiliar für Schulen und Kindergärten. Sandra Vock aus Wildegg engagiert sich mit anderen Freiwilligen beim humanitären Konvoi in die Ukraine.

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Sandra Vock

Sandra Vock

Aargauer Zeitung

Fabian Hägler

Wenn am 18. April morgens um 6 Uhr der Konvoi des Vereins Help-Point Sumy in Wohlen zur Fahrt in die Ukraine aufbricht, ist auch Sandra Vock mit dabei. Die 46-jährige Wildeggerin lenkt ein Polizeiauto, das im Konvoi mit neun Lastwagen und 96 Tonnen Hilfsgütern für Stadt und Region Sumy mitgeführt wird.

Toni Lorenz fährt einen Lastwagen nach Sumy «Ich fahre gerne Lastwagen und bin überzeugt, dass der Hilfskonvoi eine gute Sache ist», sagt Toni Lorenz. Der Küttiger ist einer von 18 Chauffeuren, die Hilfsgüter in die Ukraine bringen. Er freut sich auf die rund 2600 Kilometer lange Fahrt in den «Wilden Osten» von Europa. «Ich habe vor einem Jahr in der Zeitung einen Artikel über den Verein Help-Point Sumy gelesen», erinnert sich Lorenz. Damals suchte der Verein freiwillige Fahrer für den Konvoi im Herbst 2008. Der Küttiger meldete sich und fuhr im vergangenen September zum ersten Mal in die Ukraine. Danach stand für ihn fest, dass er auch beim nächsten Konvoi mitmachen wird. Beruflich ist Toni Lorenz verantwortlich für die «Ruedi Rüssel»-Tankstellen der Oel-Pool AG. Bei der letzten Fahrt hat er sich oft gewünscht, die Tankstellen in der Ukraine würden ähnlich funktionieren wie in der Schweiz. «Dort ist das Tanken oft schwierig. Einige Tankwarte akzeptieren keine Kreditkarten, andere geben immer nur die bereits bezahlte Menge Diesel frei, die nächsten haben gar nicht genügend Treibstoff für den ganzen Konvoi», erinnert er sich. Und macht sich keine Illusionen, dass es beim bevorstehenden Transport wieder ähnlich sein wird. «Wenn man in die Ukraine fährt, muss man sich mit den Verhältnissen dort abfinden», sagt Konvoileiter Andreas Sulser. Toni Lorenz freut sich auf den Konvoi: «Ich fuhr früher schon Lastwagen, unter anderem freiwillig für die Kfor in Kosovo, darum reizt mich diese ganz spezielle Herausforderung der Sumy-Konvois.» (az)

Toni Lorenz fährt einen Lastwagen nach Sumy «Ich fahre gerne Lastwagen und bin überzeugt, dass der Hilfskonvoi eine gute Sache ist», sagt Toni Lorenz. Der Küttiger ist einer von 18 Chauffeuren, die Hilfsgüter in die Ukraine bringen. Er freut sich auf die rund 2600 Kilometer lange Fahrt in den «Wilden Osten» von Europa. «Ich habe vor einem Jahr in der Zeitung einen Artikel über den Verein Help-Point Sumy gelesen», erinnert sich Lorenz. Damals suchte der Verein freiwillige Fahrer für den Konvoi im Herbst 2008. Der Küttiger meldete sich und fuhr im vergangenen September zum ersten Mal in die Ukraine. Danach stand für ihn fest, dass er auch beim nächsten Konvoi mitmachen wird. Beruflich ist Toni Lorenz verantwortlich für die «Ruedi Rüssel»-Tankstellen der Oel-Pool AG. Bei der letzten Fahrt hat er sich oft gewünscht, die Tankstellen in der Ukraine würden ähnlich funktionieren wie in der Schweiz. «Dort ist das Tanken oft schwierig. Einige Tankwarte akzeptieren keine Kreditkarten, andere geben immer nur die bereits bezahlte Menge Diesel frei, die nächsten haben gar nicht genügend Treibstoff für den ganzen Konvoi», erinnert er sich. Und macht sich keine Illusionen, dass es beim bevorstehenden Transport wieder ähnlich sein wird. «Wenn man in die Ukraine fährt, muss man sich mit den Verhältnissen dort abfinden», sagt Konvoileiter Andreas Sulser. Toni Lorenz freut sich auf den Konvoi: «Ich fuhr früher schon Lastwagen, unter anderem freiwillig für die Kfor in Kosovo, darum reizt mich diese ganz spezielle Herausforderung der Sumy-Konvois.» (az)

Aargauer Zeitung

«Osteuropa interessiert mich und diese Art der Hilfe in der Ukraine finde ich ideal - ich weiss, was wir für Material spenden, und sehe in Sumy, dass es auch am richtigen Ort ankommt und gebraucht wird», sagt Sandra Vock. Vor zwei Jahren hörte sie am Geburtstagsfest von Konvoileiter Andreas Sulser erstmals vom Verein Help-Point Sumy und dessen Aktivitäten.

«Der Verein suchte noch Fahrer für den Konvoi im Herbst 2007 - ich sagte spontan zu und fuhr die 2600 Kilometer mit nach Sumy», erinnert sich Vock. Bereut hat sie diesen Entscheid nie, ganz im Gegenteil: «Ich habe viele Eindrücke gewonnen, eine tolle Kameradschaft unter den Konvoifahrern erlebt.»

Damals fuhr Sandra Vock mit einem Puch der Schweizer Armee, der in Sumy an die Feuerwehr übergeben wurde. Beim aktuellen Konvoi wird sie ein Patrouillenfahrzeug der Kantonspolizei St. Gallen lenken, das für die Polizei der Region Sumy bestimmt ist.

Freiwilliges Fahrerteam

Konvoileiter Andreas Sulser ist froh, dass er auf ein gutes Fahrerteam zählen kann. «Sandra Vock und die übrigen Chauffeure sind mit ihrem Einsatz sehr wertvoll für uns», sagt Sulser. «Sie opfern zehn Tage Ferien und bezahlen die Kosten für Unterkunft und Verpflegung selber, das ist nicht selbstverständlich», lobt er.

Trotzdem sind für den bevorstehenden Konvoi beträchtliche Finanzmittel nötig. «Der grösste Posten ist der Treibstoff, dazu kommen Kosten für Fahrzeugunterhalt, Gebühren für Bewilligungen, Ausgaben für Übersetzungen und vieles mehr», zählt Sulser auf. Und er betont: «Ohne die Unterstützung von Importeuren, Transportunternehmern und Lastwagengaragen, die Zugmaschinen, Auflieger oder ganze Sattelzüge zur Verfügung stellen, wären die Transporte gar nicht möglich.»

Schwierige Situation in Sumy

«Wir versuchen, die Verhältnisse in der Stadt und Region Sumy mit unserer Hilfe schrittweise zu verbessern», erklärt Marianne Piffaretti, die Präsidentin des Vereins Help-Point Sumy. «Gegenüber dem letzten Jahr hat sich die Situation in Sumy dramatisch verschlechtert», berichtet sie. Aufgrund der Wirtschaftskrise sei der Staat zum Sparen gezwungen, «deshalb wurden alle Mittel für neue Anschaffungen in diesem Jahr gestrichen. Ausser den Hilfsgütern, die wir mit dem Konvoi bringen, erhalten Spitäler, Feuerwehr, Polizei und Schulen nichts», sagt sie.

Sandra Vock, die beruflich im Büro der Schreinerei ihres Mannes tätig ist, freut sich auf den Konvoi. «Es ist eine gute Gelegenheit, meine Energie für ein sinnvolles Projekt einzusetzen», sagt sie. Neben dem humanitären Einsatz lockt sie auch ein weiterer Aspekt: das Miteinander mit den übrigen Teilnehmern des Konvois. «Es ist natürlich auch eine Abwechslung im Leben, eine Horizonterweiterung», blickt Vock voraus auf die Fahrt nach Sumy.

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