Museum
Frischer Wind in der Museumslandschaft

Als eine der ersten Massnahmen in der neuen Museumspolitik des Kantons Solothurn wurde in Grenchen der «Museumsverbund des Kantons Solothurn» ins Leben gerufen. Der Vorstand wurde bestimmt und beginnt sofort mit der Arbeit. Doch die Stadt-Solothurner Museen sind nicht mit dabei.

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Museumsverband

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Solothurner Zeitung

Fränzi Rütti-Saner

Die Gründung des Museums--Verbund des Kantons Solothurn diese Woche in Grenchen ist das erste sichtbare Resultat des Strategiepapiers für die künftige Vermittlung kantonaler Geschichte, welches von André Schluchter, im Auftrag der Solothurner Regierung verfasst wurde. Nach dem Abschluss der Vernehmlassung im August dieses Jahres war klar, dass es im stark regionalisierten Kanton Solothurn nicht möglich ist, in einem Haus die Kantonsgeschichte sichtbar zu machen. Viel besser ist deshalb die Stärkung der lokalen und regionalen Häuser, die - von ganz unterschiedlichen Trägerschaften betreut und mit ganz unterschiedlichen Themen betraut -, mittels einer neuen Trägerschaft, die ihre Interessen zu Handen des neu zu geschaffenen Amtes für Kulturpflege vertritt. Rund 40 Interessenvertreter aus 28 Häusern aus dem ganzen Kanton trafen sich im Kultur-historischen Museum in Grenchen.

Zu den grossen Abwesenden aber musste man die Stadt-Solothurner Museen zählen, die sich gemäss einem Beschluss der städtischen Museumskommission nicht an diesem Verbund beteiligen wollen. (s. Kasten). Als wichtigster Grund gab Christoph Vögele, Kurator des Kunstmuseum Solothurn, die Namensgebung des Verbundes an. «Prinzipiell begrüsse ich solche Vernetzungen im Museumsbereich, doch hier geht es vorwiegend um die kultur-historischen Häuser im Kanton. Entsprechend sollte auch die Namensgebung sein. Dieser Kritikpunkt wurde gar nicht aufgenommen, also fühlen wir uns auch nicht verpflichtet, bei der Gründung mit dabei zu sein.»

Begrüsst wurde die Gründung kantonalen Verbundes hingegen vom Generalsekretär des Verband der Museen der Schweiz, VMS, David Vuillaume. Es sei nur positiv, wenn sich die Museen regional vernetzen, denn der Verband der Museen Schweiz könne auf dieser Ebene nicht als eigentlicher Berater einspringen. «Wir geben Standarts vor, und vertreten die Museen in Bezug auf das Schweizerische Kulturförderungs-Gesetz». Der Generalsekretär gab den Anwesenden den Tipp: «Gebt euch klare Positionen, damit stärkt ihr jedes eurer Häuser.» Als Tagespräsident amtete der Präsident der Stiftung Museum Grenchen, Alfred Fasnacht. «Mit der Gründung dieses Verbundes bekommen wir eine Stimme und werden dadurch besser gehört,» erinnerte er.

Geschäftsstelle in Grenchen

Ende Oktober habe eine Interessengruppe die Vereins-Statuten erarbeitet. Diese sechsköpfige Gruppe, die sich jeweils kurz persönlich vorstellte, wurde von der Versammlung dann auch gleich zum ersten Vorstand gewählt. Es sind: Philipp Abegg, Ballyana Schönenwerd; Ambros Hänggi, Präsident Dorfmuseum Nunningen; Katja Herlach, Stiftung Kunst des 19. Jahrhunderts Olten; Kurt Schlatter, Präsident Heimatmuseum Schwarzbubenland Dornach, André Schluchter, Leiter Museum Waldegg Solothurn; Lukas Walter, Vizepräsident Stiftung Museum Grenchen. Der Vorstand konstitutiert sich an einer weiteren Sitzung selbst. Ab kommenden Jahr werden dann die Geschäfte in der Geschäftsstelle, die dem Kultur-historischen Museum Grenchen angegliedert sein wird, aufgenommen.

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