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«Es tut ihnen leid»

Trotz verstärkter Sicherheitsmassnahmen kam es am zweiten Uhrencup-Tag zu Ausschreitungen zwischen Basel- und Young Boys-Fans. Die Polizei trieb die Schläger auseinander. Drei Personen wurden vorübergehend festgenommen.

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Uhrencup

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Solothurner Zeitung

Brigit Leuenberger

«Wenn man solch eine Gewaltbereitschaft noch nie erlebt hat, kann man schon sehr erschrecken», bestätigt Roger Rossier, Chef Sicherheit am Uhrencup. Ein Zuschauer, der mit seinem minderjährigen Sohn das Geschehen aus nächster Nähe miterlebt hat, betont, er habe «noch nie solche Angst gehabt». Geschehen war folgendes: Am Montagabend, zwischen den beiden Spielen, suchten sich gegen 20 vermummte Basel-Fans einen Weg auf die Ostrampe und griffen dort die Young Boys-Fans an. «Diese Schlägerei war im Vorfeld vereinbart worden», weiss Turnierdirektor Sascha Ruefer. Letztlich seien es dann nur drei oder vier gewesen, die auf einander losgingen. «Der Sicherheitsdienst und die Polizei reagierten sofort und konnten Schlimmeres verhindern.»

Der Sprecher der Kantonspolizei, Urs Eggenschwiler, bestätigt drei Festnahmen. «Zwei konnten nach der Befragung wieder gehen. Einer wurde aus sicherheitstechnischen Gründen etwas länger zurückgehalten.» Letztlich habe es sich um eine kleine Sache gehandelt. «Das waren lediglich ein paar doofe Typen.»

Fussballverband war vor Ort

Gestern Nachmittag teilte die Kantonspolizei die Namen der Schläger der Uhrencup GmbH mit. «Es handelt sich um einen Basel- und zwei Young Boys-Fans», sagt Roger Rossier. Alle drei würden zur Strafe mit einem landesweiten Stadionverbot belegt. Zudem ergänzt der Sicherheitschef: «Die Sprecher beider Fan-Clubs haben sich für den Vorfall entschuldigt und betont, es tue auch den Tätern leid. Es sei ihnen nicht bewusst gewesen, was sie mit der Schlägerei anrichteten.»

Am Montagabend hatte sich Ulrich Pfister, höchster Sicherheitsverantwortlicher des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV), im Stadion befunden. «Er hatte vor dem Spiel das Stadion und unsere Sicherheitsmassnahmen überprüft und uns ein gutes Zeugnis ausgestellt», so Sascha Ruefer. Gelobt habe der Fachmann auch die Reaktion der Sicherheitskräfte auf die Schlägerei. «Verhindern kann man so etwas ja nicht. Gut ist aber, dass der Verband gleich selbst vor Ort war und unser Handeln für gut befunden hat.» Der Turnierdirektor betont, dass 99 Prozent aller Zuschauer friedlich gewesen seien und im Stadion eine gute Stimmung geherrscht habe. «Die meisten haben von der Schlägerei gar nichts mitbekommen.»

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