Der Gränicher Gärtnermeister Werner Stöckli baut die Überbauung «Florapark» mit 44 Mietwohnungen

Gärtner Werner Stöckli müsste viel Geld investieren, um seine Treibhäuser zu modernisieren. Nun werden die Treibhäuser abgerissen und machen einer neuen Überbauung Platz.

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Überbauung

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Aargauer Zeitung

Marcel Siegrist

«Wenn ich hier weiter produzieren möchte, müsste ich viel Geld in die Hand nehmen», erklärt Werner Stöckli, Inhaber der Gärtnerei Stöckli in Gränichen. Stöckli müsste in seine in die Jahre gekommenen Treibhäuser an der Sommerstrasse viel investieren. «Für alle Liegenschaften brauche ich rund 100 000 Liter Heizöl pro Jahr. Ich rechne damit, dass bei einem Aufschwung der Wirtschaft die Energiepreise explodieren werden.»

Zudem habe sich das Kaufverhalten der Kunden verändert. In die Treibhäuser will der Geschäftsinhaber kein Geld mehr investieren, dafür aber in Wohnhäuser mit modernstem Ausbaustandard. Darin sieht Stöckli die Alternative zu seiner bisherigen Pflanzenzucht.

«Florapark» mit vier Wohnblöcken
Die Nachbarschaft orientierte Werner Stöckli am Freitagabend über sein grosses Bauvorhaben. An der Sommerstrasse, wo heute die Treibhäuser der Gärtnerei stehen, baut Stöckli die Wohnüberbauung «Florapark» mit 44 Mietwohnungen. Ende Oktober erfolgt die Baueingabe bei der Gränicher Bauverwaltung. Der Baubeginn der vier Wohnblöcke und eines Gewerbehaues ist für Mitte 2010 geplant.

«Wir rechnen mit einer Bauzeit von rund 11⁄2 Jahren für alle Blöcke. Das Bauprojekt wird in Etappen realisiert. Die ersten Wohnungen werden am 1. Oktober 2011 bezugsbereit sein», informierte Janos Csoka, Architekt und Projektleiter vom Architekturbüro Erich Weber und Partner, Cham.

Nach den Plänen des Architekturbüros werden 21⁄2- bis 51⁄2-Zimmer-Wohnungen mit Attikageschossen entstehen. «Wir haben darauf geachtet, dass die Wohnungen gut besonnt sind und Blick auf den Park haben», so Architekt Csoka. Die Erschliessung erfolgt über den Töndler. Eine Tiefgarage weist 66 Autoabstellplätze auf. Ebenerdig sind weitere Parkplätze geplant.

Beheizt werden die Gebäude über eine Grundwasser-wärmepumpe oder über eine Holzschnitzelheizung. «Mit Holzschnitzeln wird aber nur geheizt, wenn wir an der Heizzentrale im Dorfzentrum anschliessen können», betonte Csoka.

Während sich Werner Stöckli entschlossen hat, die Pflanzenproduktion einzustellen, werden der Blumenladen im Dorfzentrum sowie die Grabbepflanzungen auf dem Friedhof fortgeführt.

Nun verschwinden die letzten Treibhäuser einer Gärtnerei in Gränichen. 1947 erwarben die Eltern des Geschäftsinhabers, Walter und Margrith Stöckli-Hochueli, die Gärtnerei und bauten diese kontinuierlich aus. Nach der Ausbildung zum Gärtnermeister übernahm Werner Stöckli 1984 den Betrieb von seinen Eltern und erweiterte das Grundstück durch den Zukauf weiterer Liegenschaften. Nach über 60 Jahren gibt nun der letzte Gränicher Gärtner die Pflanzenproduktion auf.