Deborah Balmer

Wer derzeit in Aarau in Richtung Kraftwerk läuft, dem sticht schon von weitem ein fischiger Geruch in die Nase.

Auf der Kraftwerkbrücke stehen Dutzende Zaungäste. Angelockt hat sie die Kanalsanierung, die man in Aarau nur alle zehn Jahre sieht.

So sind die Aarauer Grosseltern am Vormittag mit ihrem vierjährigen Enkel Henrik am Aareufer unterwegs. «Die vielen Lastwagen und die Bagger sprechen Henrik natürlich an», so die Grossmutter. Sie konnten zuschauen, wie Bagger Schrott aus dem Wasserbett hievten, einen Einkaufswagen und Pneus.

Auch andere Grosseltern sind mit den Enkeln unterwegs sowie Eltern mit den Kindern. Ein Vater, der in Erlinsbach aufgewachsen ist und heute in Küttigen lebt. Den Kraftwerkkanal besucht er gemeinsam mit seinem Sohn Pascal (7). Er selber verpasste schon als kleiner Junge keine Entwasserung: «Schon damals wurde immer viel Abfall aus dem Kanal gezogen», erinnert er sich. Doch die Kanalleerung im Juli 1999, die wird er nie mehr vergessen. «Da wurde eine Leiche aus der Aare geborgen», erinnert er sich.

Biber schwimmt in Pfütze

Den Leichenfund vor zehn Jahren bestätigt auch der Kraftwerkleiter Hansjürg Tschannen: «Dieses Jahr gabs das zum Glück nicht.» Spektakulär waren heuer neben den vielen Zweirädern zwei Banksafes, die aus dem Wasser gezogen wurden - allerdings ohne Inhalt. Alles Material wird entsorgt. Ausser ein Fahrrad, das fand einen neuen Besitzer: «Das ist ein teures Velo, das möble ich wieder auf», so ein Zaungast und transportiert den Fund auf einem Anhänger heim.

Heim wollte auch einer der fünf Biber, die am Dienstag im Kanal eingefangen und im Altlauf wieder freigelassen wurden. Am Mittwoch schwamm dieser wieder im Kanal - in einer kleinen Pfütze. «Wir mussten ihn erneut einfangen», so Tschannen, «denn just an dieser Stelle, wo das Tier schwamm, wollten wir arbeiten.»