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Christkatholiken wählen im Juni ihren neuen Bischof nach Bern

Spurensuche im Fricktal: Wer sind die drei Kandidaten, die fürs Bischofsamt kandidieren, wo haben sie im Fricktal ihre Spuren hinterlassen und weshalb sind sie aus Fricktaler Sicht fürs Bischofsamt besonders gut geeignet?

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Kirche

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Aargauer Zeitung

LIlly-Anne Brugger

Die Christkatholische Kirche der Schweiz wählt einen neuen Bischof, der die Leitung der Kirche übernimmt. Gewählt wird er am 12. und 13. Juni in Olten. Zur Auswahl stehen drei Kandidaten, die alle auch im Fricktal tätig waren.

Harald Rein, Daniel Konrad und Christoph Schuler bewerben sich als neuer Bischof der christkatholischen Kirche. Im Fricktal sind sie keine Unbekannten. So waren Rein und Konrad jeweils während rund zehn Jahren in der Kirchgemeinde Obermumpf-Wallbach als Pfarrer tätig: Von 1983 bis 1993 betreute Rein die zweitgrösste Kirchgemeinde im Fricktal, anschliessend gab er das Pfarramt an Daniel Konrad weiter. Beide sind nach rund zehn Jahren Tätigkeit im Fricktal weiter gezogen. Rein wurde Pfarrer in Zürich-Oerlikon und wechselte anschliessend nach Winterthur. Konrad ist Pfarrer in Schönenwerd-Niedergösgen.

Auch Christoph Schuler hat einige Jahre im Fricktal gewohnt. Er war Lehrer an der Primarschule (?) in Rheinfelden. Dort war er auch im Kirchenchor tätig. Schuler verliess Rheinfelden um Theologie in Bern und in England zu studieren. Anschliessend war er der Westschweiz als Vikar und Pfarrer tätig. Seit 2006 ist er nun Pfarrer von Bern und Lausanne.

Männer und Frauen wählbar

Zum Bischof, dem Leiter der Christkatholischen Kirche, können sowohl Männer als auch Frauen gewählt werden. Dies ist einer der Punkte, der die christkatholische oder altkatholische Kirche von der römisch-katholischen Kirche unterscheidet. Die Christkatholiken kenne ausserdem keinen Zölibatszwang für die Priester, verwenden schon immer die Landessprache bei der Messfeier und kennen eine allgemeine Bussandacht zu Beginn des Gottesdienstes. Die Gläubigen können selber entscheiden, ob sie zur Beichte gehen wollen oder nicht.

Entstanden ist die Christkatholische Kirche nach dem ersten vatikanischen Konzil im Jahr 1870. Liberale Katholiken lehnten die damals verkündeten Dogmen der päpstlichen Unfehlbarkeit und der vollen Rechtsgewalt des Papstes über die Kirche ab. In der Folge wurden die rebellischen Katholiken exkommuniziert und schufen eine eigene kirchliche Struktur. Im Jahr 1876 fand die Kirchwerdung mit der Wahl des ersten Bischofs seinen Abschluss.
Das für die Bischofswahl zuständige Wahlorgan ist die Nationalsynode, der sowohl Geistliche als auch Laienabgeordnete, die von ihren Kirchgemeinden entsandt sind, angehören. Der neue Bischof wird mit Zweidrittelsmehrheit gewählt.

Drei Fricktaler erinnern sich

Welche Spuren die drei Bischfskandidaten im Fricktal hinterlassen haben, erzählen Esther Vogel-Schmid aus Obermumpf, Monique Müller-Probst aus Kaisten und Berti Vanmanshoven aus Kestenholz im Kanton Solothurn. Für die AZ sind sie nochmals an die Orte zurückgekehrt, wo sie den drei Kandidaten häufig begegnet sind: Esther Vogel erinnerte sich bei der Kirche von Obermumpf an Harald Rein, Monique Müller arbeitete im Pfarrhaus von Obermumpf mit Daniel Konrad zusammen und Berti Vanmanshoven, der in der Zwischenzeit selber aus dem Fricktal weggezogen ist, erinnerte sich an seinen Nachbar Christoph Schuler.

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