Im «Beweisvideo» sieht man das spielende Mädchen, im Hintergrund sitzt eine Puppe, die plötzlich ihren Kopf bewegt.

Als das Mädchen im Wohnzimmer anfängt zu zeichnen, fliegen plötzlich die neben ihr liegenden Blätter vom Tisch. Sie rennt erschreckt davon. Das Video ging viral, nachdem es eine ominöse Facebook-Seite mit dem Namen «La Otra Dimensión» gepostet hatte.

Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich hier um einen Fake – wie es bei vielen Geschichten, die paranormale Geschehnisse zum Inhalt haben, der Fall ist.

Dennoch ist die Faszination der Menschen für Spuk, Dämonen und Geister ungebrochen. Im Speziellen, wenn es um das Motiv der besessenen Puppe geht, das seit jeher in Horrorfilmen Verwendung findet und jüngst wieder in «The Conjuring» und «Annabelle» – ausgeschlachtet wurde.

Warum ist das so?

Auf diese Frage kann uns der Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud eine (sehr eurozentrische) Antwort geben:

Der (westliche) Mensch habe inzwischen genügend rational zu denken gelernt und glaube nicht mehr an die Existenz von Geistern, an beseelte Dinge, Zauberkräfte oder die Allmacht der Gedanken. Das würden nur indigene Völker in Afrika oder Ozeanien tun und Kleinkinder, die ihre Spielzeuge für lebendig hielten. Dennoch hätten sich gewisse Reste «des primitiven Animismus-Glaubens» im erwachsenen, intellektuellen Hirn festgesetzt, meint Freud.

Der Anblick einer Puppe könnte also diesen längst vergrabenen Irrglauben ans Tageslicht befördern und dann bist du dir urplötzlich nicht mehr so sicher, ob dieses grausige Ding nicht vielleicht doch lebt. (rof)