Tourismus Bern
Bern setzt auf Bären und Grossanlässe

Mit neuen Übernachtungs-Rekorden ist es bald vorbei. Doch in der Tourismusstadt Bern herrscht dennoch Optimismus.

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Bern Bundesplatz

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Berner Rundschau

Johannes Reichen

Bern ist auf den Geschmack gekommen. Nach der Fussball-Euro 2008 und der Eishockey-WM im Frühling soll es auch in Zukunft mehr Grossanlässe geben. «Das muss eine künftige Kernaufgabe von Bern Tourismus werden», sagte gestern Präsident Mathias Tromp an einer Medienkonferenz. Von der Grösse und Ausstrahlung her müssten sie aber «zu Bern passen».

Die Tourismusdestination Bern hat gute Zeiten hinter sich, das letzte Jahr sorgte wiederum für einen Rekord. 666 765 Übernachtung zählten 2008 die Hotels. Und selbst in den ersten Monaten 2009 wurden die Vorjahreszahlen - dank der Eishockey-Weltmeisterschaft - noch übertroffen. Neben den Logierzahlen haben auch die Neugestaltung des Bahnhofplatzes und die Eröffnung der Hotels Holiday Inn und Goldener Schlüssel für Zufriedenheit gesorgt.

Positive WM-Bilanz

Aus touristischer Sicht war die Eishockey-WM vom April und Mai in Bern ein Erfolg. Zwar hat es bedeutend weniger Gäste gegeben als während der Euro 08, sagte Bern-Tourismus-Direktor Markus Lergier. Das - vorwiegend russische und lettische - Publikum sei aber kauffreudiger gewesen. Da Bern Hauptaustragungsort war, hätten zudem viele Funktionäre in Bern logiert. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer war darum höher als bei der Euro. (joh)

Was die Zukunft anbelangt, so herrscht keine Bange, auch wenn die Logiernächte in den nächsten Monaten einbrechen dürften. «Die Krise kommt, aber wir sind gewappnet», sagte Vizedirektor und Marketingleiter Thomas Lüthi.

Die Hoffnungen ruhen insbesondere auf dem neuen Bärenpark - «unserem Eiffelturm», so Lüthi. Auf keinem anderen Ort der Welt gebe es eine solche Anlage. Insbesondere im Ausland will er für die neue Attraktion werben.

Fluglinie und Halle erwünscht

In Zukunft will sich Bern Tourismus mehr Gehör verschaffen. So äusserte Direktor Markus Lergier gestern auch den Wunsch nach zwei neuen Fluglinien nach Bern-Belp. Zu den bestehenden Linien von Paris und München sähe er Verbindungen nach London und Norddeutschland als sehr hilfreich für die Destination Bern an. Um die Durchführung grosser Anlässe zu ermöglichen, steht auch eine Eventhalle für 10 000 bis 20 000 Personen auf dem Wunschzettel des Tourismusdirektors.

Mehr Geld für die Krise

Bern Tourismus geht also «in die Offensive», wie Präsident Tromp sagte. Gelegen kommen da das Impulsprogramm von Schweiz Tourismus und die Leistungsvereinbarung mit der Stadt für die Jahre 2010 und 2011. Sie habe in den letzten Wochen bereinigt werden können, sagte Tromp. Er ist zufrieden mit dem Resultat - auch wenn der Berner Gemeinderat eine generelle Erhöhung des Beitrags an den Tourismus abgelehnt hat.

Neben einer Übernachtungsabgabe (Fr. 2.70.- pro Übernachtung) und dem Stadtbeitrag von 870 000 Franken jährlich gibt es nun auch eine konjunkturelle Hilfe. In den nächsten beiden Jahren erhält Bern Tourismus je 200 000 Franken. Anfang Juli wird das Geschäft noch im Stadtrat behandelt.

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