WUL
Bald sind die Schulden abbezahlt

13,3 Millionen Franken will der Gemeindeverband Wasserversorgung an der unteren Langeten (WUL) bis 2016 investieren, um die ehemaligen Gemeinde-Versorgungen zu optimieren. Herzstück ist ein neues Reservoir auf dem Rappenkopf bei Lotzwil.

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az Langenthaler Tagblatt

Jürg Rettenmund

Das Diagramm, das Kaspar Vogel vom Ingenieurbüro Ryser in Bern auf die Leinwand projizierte, zeigte es deutlich auf: Seit dem Anschluss von Bleienbach an den Gemeindeverband Wasserversorgung an der unteren Langeten (WUL) ist das Reservoir in der Lotzwiler Schafweid im Prinzip zu klein. Zwar fliesst bis heute stets Wasser aus den Hahnen, doch viel zu oft springen die Pumpen an, um Wasser nachzupumpen - was sich in nervösen Zacken des Diagramms niederschlägt.

Die Lösung für das Problem besteht auf dem Papier bereits: Das Bewirtschaftungskonzept des WUL sieht auf dem Rappenkopf bei Lotzwil ein neues Reservoir vor. Dieses Konzept beschloss der WUL 2003, nachdem er 2002 die Anlagen von den Gemeinden übernommen hatte. Er musste sich dafür mit rund 13 Millionen Franken verschulden. 2011 werden diese Schulden abbezahlt sein. Damit erhält der Verband Spielraum für neue Investitionen.

Rappenkopf als grösste Investition

Das Reservoir Rappenkopf wird die bisher grösste Investition in der Geschichte des WUL sein, wie Geschäftsführer Fredy Amberg betonte. Gemäss heutigen Schätzungen dürfte es zusammen mit den nötigen Anpassungen am Leitungsnetz 8,89 Millionen Franken kosten. Die obere Druckzone soll Richtung Thunstetten und Bützberg erweitert werden. Da dadurch auch bestehende Anlagen in Lotzwil, Schoren und Thunstetten stillgelegt werden können, ergeben sich Einsparungen im Betrieb.

In der mittleren und unteren Druckzone sind dagegen nur noch Optimierungen nötig, insbesondere der Zusammenschluss der Versorgungsgebiete der Reservoire Moosrain, Langenthal, und Buchwald, Roggwil. Damit kann auch dort die Versorgungssicherheit verbessert werden. Schliesslich soll in enger Zusammenarbeit mit den Industriellen Betrieben Langenthal, bei denen die Betriebszentrale angesiedelt ist, das Steuerungs- und Leitsystem ersetzt werden.

Finanzier- und verkraftbar

Insgesamt rechnet der WUL für den Zeitraum 2010 bis 2016 mit Investitionen von 13,3 Millionen Franken. Rechnungsführerin Paula Schaub zeigte auf, dass sich diese Investitionen mit einer geringfügigen Erhöhung des Wasserpreises finanzieren lassen. Diese dürfte sich in der Grössenordnung von zwei Rappen pro Kubikmeter bewegen, was gemäss Amberg für den Vater einer vierköpfigen Familie pro Jahr weniger ausmacht, als wenn er im Kollegenkreis eine Runde Bier spendiert.

Dafür gaben die Delegierten am Dienstag im Grundsatz grünes Licht. Damit kann der Verband daran gehen, die einzelnen Schritte zu projektieren. Wann welche Kredite von wem genehmigt werden sollen, dafür arbeitet die Geschäftsstelle bis zur nächsten Delegiertenversammlung im November einen Vorschlag aus.

Klumpenrisiko im Griff

Nur zweite Priorität hat für den WUL die Sicherung eines alternativen Wasserbezugsortes. Mit diesem soll das «Klumpenrisiko» eliminiert werden, dass der Verband allein auf den Grundwasserströmen des Langetentales basiert. Der WUL liess dieses Risiko vom Geotechnischen Institut in Bern untersuchen. Es sei sehr gering, zeigte Daniele Biaggi auf. Zudem habe der WUL mit der grössten Gefahrenquelle, der Hochwasserentlastung von Langenthal in den Hardwald, Erfahrung.

Der WUL setzt deshalb dafür auf die von der Studie Solaqua aufgezeigten Möglichkeiten von Verbindungen zu benachbarten Wasserverbünden im Bipperamt und im Raum Herzogenbuchsee (wir berichteten). Dafür sei jedoch noch viel politische Überzeugungsarbeit nötig, erklärte Amberg. Er geht deshalb davon aus, dass das frühestens 2017 spruchreif wird.

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