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ABB-Chefin verlässt Ennetbaden

Ennetbaden verliert seine prominenteste Einwohnerin: ABB-Schweiz-Chefin Jasmin Staiblin ist weggezogen. Sie wohnt nun in Bäch SZ. Der Ennetbadener Gemeindeammann bedauert dies.

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Jasmin Staiblin, Wohnsitz Ennetbaden

Jasmin Staiblin, Wohnsitz Ennetbaden

Aargauer Zeitung

von Roman Huber

Die 39-jährige Jasmin Staiblin ist im Glück: Ende Juni wurde sie Mutter. Dass die Chefin von ABB Schweiz nun Mutterschaftsurlaub nimmt, macht landesweit Schlagzeilen. Die «Weltwoche» spricht ihr gar das Recht auf eine Babypause ab. Und das Blatt ärgert sich darüber, es sei «nicht bekannt, wer der Vater des Kindes ist». In gut informierten Kreisen der Region ist das sehr wohl bekannt, doch auch Staiblin hat das Recht auf Privatsphäre, was ihre Familie betrifft.

Ein Kommunikationsexperte meint, die Reaktionen konservativer Geister würden damit zusammenhängen, dass Staiblin ihren Schwangerschaftsurlaub konzernintern sehr kurzfristig angekündigt habe. Eine offensive Kommunikation im Frühjahr hätte Kritikern den Wind aus den Segeln genommen, ist er überzeugt. Die Schwangerschaft blieb sogar an der Einweihung der Halbleiterfabrik in Lenzburg den meisten verborgen.

Nicht öffentlich bekannt war bis jetzt auch, dass Jasmin Staiblin aus Ennetbaden weggezogen ist. Gleich zwei triftige Gründe mochten für die ABB-Chefin und ihren Ehemann Grund dafür gewesen zu sein, im vergangenen Oktober den Wohnsitz von Ennetbaden nach Bäch im Kanton Schwyz zu verlegen: Zum einen war die Wohnung an der Badstrasse 18b in Ennetbaden zwar gut gelegen, aber auch wenig familien- und kinderfreundlich. Zum andern sind die Steuerverhältnisse nicht so paradiesisch wie etwa im schwyzerischen Bäch.
Der Steuervergleich zeigt, dass bei einem geschätzten Jahreseinkommen von 1,2 Mio. Franken Jasmin Staiblin in Bäch über 150 000 Franken an Steuern gegenüber dem aargauischen Ennetbaden sparen dürfte.

Ennetbaden verliert die vielleicht beste Steuerzahlerin. Doch viel mehr als das wiegt für Gemeindeammann Basil Müller etwas anderes: Er findet es schade, dass «die grosse Wirtschaftsfrau» nicht mehr in seiner Gemeinde Wohnsitz habe. Auch der ehemalige Badener Stadtammann Josef Bürge, der Staiblin unter anderem aus dem NAB-Verwaltungsrat kennt, bedauert den Wegzug aus unserer Region, der die Top-Managerin auch kulturell und gesellschaftlich sehr offenherzig begegnet sei.