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Aargauer Cupsieger empfängt Super-League Tabellenführer

2.-Ligist Entfelden steht vor einem grossen Fussballfest: Morgen (15 Uhr) empfängt der Aargauer Cupsieger den FC Luzern. Hauptdarstellers ist Entfeldens Trainer Roger Wehrli.

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Glückstreffer für Wehrli

Glückstreffer für Wehrli

Solothurner Zeitung

Ruedi Kuhn

Nichts gegen den FC Aarau. Den Verein vom Brügglifeld hätte Roger Wehrli gerne als Gegner im Schweizer Cup gehabt. «Aber der FC Luzern», sagt der 54-jährige Trainer des FC Entfelden, «ist für mich das Traumlos. Als ich von der Auslosung erfuhr, habe ich vor lauter Freude geschrien. Das ist einfach grossartig.»

«Glückstreffer»

Wehrli bezeichnet den FC Luzern als Glückstreffer. «Das gibt einen Tag der Freude. Ein Fest, welches man nicht so schnell vergessen wird. Ich rechne mit mehr als 3000 Zuschauern.»

Für den Oberentfelder Sportchef Peter Franek ist das Cup-Highlight eine grosse Herausforderung: «Der ganze Verein ist auf den Beinen. Bezüglich Organisation sind wir voll gefordert. Jetzt hat sich auch noch das Fernsehen angekündigt. Wir haben ein grosses Zelt aufgestellt und wollen alle Gäste gut bewirten.»

Keine Illusionen

Zurück zu Wehrli, der sich in sportlicher Hinsicht keine Illusionen macht. «Das wird schwierig», sagt er. «Natürlich haben wir eine kleine Chance, aber in tausend Spielen gegen Luzern holt Entfelden ein Unentschieden.» Ein Unentschieden, das weiss Wehrli genau, gibts im Schweizer Cup nicht.

Mindestens ein Trumpf Ass hat er aber schon im Ärmel. Beachsoccer-Goalgetter Dejan Stankovic ist bei den Entfeldern Denker, Lenker und Vollstrecker. Der Spezialist für Fallrückzieher kann an einem guten Tag den Unterschied ausmachen. «Stankovic», so Wehrli, «ist für Entfelden Gold wert. Er hat als Fussballer und als Mensch Qualitäten.»

Gemischte Gefühle

Was die Taktik betrifft, hat sich Wehrli längst entschieden. Das Trainer-Schlitzohr lächelt verschmitzt und sagt: «Wir werden wie Luzern auf Konter spielen. Aufpassen müssen wir vor allem auf die schnellen Daniel Gygax, Hakan Yakin und Nelson Ferreira.» Die Zentralschweizer sind zurzeit Erster in der Super League und kommen mit der Empfehlung eines 6:2-Sieges gegen Bellinzona in den Aargau.

Erinnerungen an FC Luzern

Beim Wiedersehen mit dem FC Luzern werden bei Wehrli Erinnerungen wach. Mit dem Titelgewinn in der Saison 1988/89 krönte der Libero bei den Zentralschweizern seine aktive Karriere. Die Meisterfeier allerdings erlebte er mit gemischten Gefühlen. «Am gleichen Tag», blickt Wehrli zurück, «starb meine Mutter Paulina. Glück und Unglück liegen manchmal nahe beieinander.»

Nach seiner aktiven Karriere war Wehrli beim FC Luzern kurzzeitig als Chef Technik tätig und trainierte Juniorenauswahlen. Bei Entfelden - Luzern treffen zwei Trainerpersönlichkeiten aufeinander. Luzerns Rolf Fringer löste Wehrli Anfang der 90er-Jahre als Trainer beim FC Aarau ab und schaffte mit dem Verein vom Brügglifeld im Jahr 1993 den Gewinn des Meistertitels. Wehrli kennt Fringer von gemeinsamen Trainertagungen. Er schmunzelt und sagt: «Eine Parallele haben Fringer und ich bestimmt. Bezüglich Sprüche sind wir auf der gleichen Wellenlänge.» Mal schauen, wer die Fans am Sonntag zum Lachen bringt.

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