Nur Eidgenossin
Tina Turner gibt ihren US-Pass ab - und spart dafür Steuern

Rocklady Tina Turner ist seit kurzem Schweizerin und hat eben den Schweizer Pass beantragt. Der Schweizer Pass soll in Zukunft ihr einziger sein: ina Turner (73) nicht Doppelbürgerin sein, sondern ihre US-Staatsbürgerschaft abgeben.

Sacha Ercolani
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Will US-Pass abgeben: Neu-Schweizerin Tina Turner.

Will US-Pass abgeben: Neu-Schweizerin Tina Turner.

Keystone

Der Weg dazu ist relativ einfach: «Wenn in den USA alle steuerlichen Voraussetzungen erfüllt sind, das heisst, wenn absolut keine Altlasten mehr bestehen und alles offen gelegt wurde, kann man beantragen, seinen US-Pass beim amerikanischen Konsulat in Bern abzugeben», sagt Martin Naville, CEO Handelskammer Schweiz - USA gegenüber der «Schweiz am Sonntag».

Und weiter: «Damit aber mehr oder weniger ausgeschlossen werden kann, dass auf die Staatsbürgerschaft aus Wut im Affekt verzichtet wird, gilt eine zweimonatige Wartefrist, bis man zum Austrittsgespräch in Bern geladen wird.»

Hängt Tina Turners Schritt mit den verschärften Regeln der US-Behörden zur Besteuerung von im Ausland lebenden Amerikanern zusammen? Washington fordert ab 2014 von allen europäischen Ländern, systematisch alle Bankdaten zu erhalten, die in Europa lebende US-Bürgerinnen und -Bürger betreffen.

Bei Tina Turner geht es um sehr viel Geld: Mit über 180 Millionen verkauften Tonträgern gehört sie zu den weltweit erfolgreichsten Sängerinnen. Ihr Vermögen wurde 2012 vom Wirtschaftsmagazin «Bilanz» auf 250 Millionen Schweizer Franken geschätzt. Und noch immer kassiert sie jedes Jahr mehrere Millionen Franken Tantiemen.

Spart nun Tina Turner, wenn sie in den kommenden Monaten ihren US-Pass abgibt, tatsächlich auch Steuern? «Das ist ein sehr komplexes Thema», sagt Experte Martin Naville. «Aber man zahlt als Schweiz-US-Doppelbürger schon eher mehr Steuern, weil nicht alles durch das Doppelbesteuerungsabkommen abgedeckt ist. Zudem hat man einen enormen Administrationsaufwand, da man für die USA zwingend auch eine Steuererklärung ausfüllen muss. Es ist sicher einfacher, nur an einem Ort Steuern zu zahlen.»

Vor Wochenfrist hatte bereits die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch öffentlich gemacht, dass sie ihren US-Pass abgegeben hat. Mauch hatte war dazu gekommen, weil sie in den USA geboren wurde. Mauch hat auch gesagt, wie viel Steuern sie so spart. Sie habe den USA jährlich «circa nochmals halb so viel» Steuern wie in der Schweiz abliefern müssen. (rsn)

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