Liebe im Krieg

Oscar-Preisträger Gallenberger: Liebe passt in einen Kriegsfilm

Regisseur und Drehbuchautor Florian Gallenberger zu seinem Film "Der Überläufer": "Die Menschen im Krieg leben in der Angst, schon morgen tot zu sein. Was sie jetzt nicht machen, geschieht vielleicht nie mehr."

Regisseur und Drehbuchautor Florian Gallenberger zu seinem Film "Der Überläufer": "Die Menschen im Krieg leben in der Angst, schon morgen tot zu sein. Was sie jetzt nicht machen, geschieht vielleicht nie mehr."

Der oscargekrönte Regisseur Florian Gallenberger, der jetzt einen Siegfried-Lenz-Roman verfilmte, sieht Liebe als logischen Bestandteil eines Kriegsfilms.

"Man denkt gemeinhin, im Krieg würde die Liebe nicht stattfinden", sagte der 47-Jährige ("John Rabe") über den Zweiteiler "Der Überläufer" (am Mittwoch und Freitag in der ARD).

"Ich glaube, das Gegenteil kann der Fall sein. Die Menschen leben in der Angst, schon morgen tot zu sein. Was sie jetzt nicht machen, geschieht vielleicht nie mehr", sagte Regisseur Florian Gallenberger im ARD-Interview. Daher habe er die Geschichte so inszeniert, dass Wanda und Walter nicht lange fackeln, sondern sich schnell aufeinander einlassen - im sommerlichen Weizenfeld lieben sie sich zum ersten Mal. "Der Überläufer" handelt von einem jungen Soldaten im Zweiten Weltkrieg, der zum Feind überläuft.

"Es ist ein Ort, den ich stark mit Polen assoziiere. Wir haben dem Schauplatz eine losgelöste, beinahe unwirkliche Atmosphäre verliehen. Die Liebenden sind für einen Moment aus der Realität des Krieges herausgenommen", sagt Gallenberger, der selbst eine polnische Frau hat. Ähnlich wie das Paar im Film hat er sie im Zug kennengelernt. "Dass ich polnisch spreche und mich dem Land sehr verbunden fühle, hat bei der Arbeit sicherlich auch nochmals geholfen."

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