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Jan Bühlmann posiert vor Holocaust-Mahnmal

Unser Mister Schweiz ist nicht nur ein gefragter Mann, sondern auch ein begehrtes Model. Mitunter am falschen Ort.

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Jan Bühlmann posiert vor Mahnmal

Jan Bühlmann posiert vor Mahnmal

a-z.ch News

Claudia Landolt

Bühlmanns letztes Shooting fand in Berlin statt. Jetzt ist ein Foto aufgetaucht, auf dem der 23jährige vor dem dortigen Holocaust-Mahnmal telefoniert. Das Foto war im Internet zu finden, in einem Fotoalbum, das den Namen «Mister Schweiz für PKZ Berlin, Berlin» trägt.

Darin sind Modeaufnahmen zu sehen, auf denen Jan Bühlmann zusammen mit drei anderen Models Kleider aus der Herbst-/Winterkollektion des Schweizer Herrenausstatters PKZ zeigt. Vor dem Reichstag zum Beispiel. Fotografiert wurde in Berlin rund um den Reichstag. Viele «Making of»-Bilder sind zu sehen. Auf einem posiert der amtierende Mister Schweiz - am Telefon, inmitten der Gedenksteine des Holocaust-Mahnmals.

Mode über Leichen?

PKZ liess dieses Bild aus der Bildergalerie mittlerweile auf ihrer eigenen Homepage löschen; offensichtlich hat man den Fauxpas aber erst bemerkt, als im Internet entsprechende Kommentare zur Pietätlosigkeit grassierten - wie beispielsweise folgender: «Happy posing vor dem Holocaust- Denkmal in Berlin. Wow. Das ist mal ne Location. Welch ein Setting. Wie... pietätlos. Aber hey: fashion geht über Leichen!»

Keine Pietätlosigkeit

Das war PKZ dann doch etwas zu heftig. Oder doch nicht? Es scheint, als nehme man die Angelegenheit bei PKZ nicht allzu tragisch, die Schreibende prallt mit ihrem Anliegen bei der Chefetage ab und wird flugs an die Pressestelle verweisen, die gerade unterwegs zu einem neuen Fotoshooting ist.

Simone Schäfer, die Kommunikationsverantwortliche, sagt: «Das Bild ist abseits des offiziellen Shootings entstanden. Jan Bühlmann telefonierte privat, und er trug dabei auch seine privaten Kleider. Er wurde in seiner Freizeit nicht vom PKZ-Fotografen, sondern von jemand anderem fotografiert.» Dass es sich nicht schicken könnte, an einem expliziten Ort der Stille zu telefonieren, diese Meinung teilt Simone Schäfer nicht unbedingt: «Das Holocaust-Mahnmal machte mir nicht als ehrfürchtiger Ort der Stille Eindruck. Es fanden dort auch Picknicks statt. Für uns war es eigentlich keine Provokation.»

Jan Bühlmann war für eine Stellungnahme leider nicht erreichbar. Sein Management liess ausrichten, er sei mit Auftritten besetzt.

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