«Ich kann es noch nicht glauben.» Das sagte Donghua Li nach dem Tod seines siebenjährigen Sohnes Janis am 20. August. Und das sagt er heute noch. Zusammen mit einem Freund der Familie meisterte er nicht einmal einen Monat nach dem Schicksalsschlag ein 20-minütiges TV-Interview auf Tele Züri. In der Sendung «TalkTäglich» sprach er am Montagabend ausführlich über die vier bangen Tage im Spital, den plötzlichen Tod und auch darüber, was er jetzt vor hat. 

Erst am Abend vor Janis' Todestag sei klar gewesen, dass es sich um einen bösartigen Tumor handelt. Zu diesem Zeitpunkt beruhigte der Arzt die Eltern noch, es bestehe eine Heilungschance von über 50 Prozent. «Wir waren schockiert», sagt Donghua Li, «aber dann auch erleichtert, weil der Arzt das so überzeugend gesagt hat.» 

Donghua Li mit Sohn Janis (Archiv).

Donghua Li mit Sohn Janis (Archiv).

Realisiert, dass er sein Kind verliert, hat der Kunstturner erst, als er einen Tag später mitansehen musste, wie die Ärzte vergeblich versuchten, das Herz von Janis wieder zum Schlagen zu bringen. Seinem Sohn sei es plötzlich schlechter gegangen. «Schock, unglaublich. Erst habe ich nicht verstanden, was passiert, aber dann habe ich es langsam gespürt.» Kurz darauf habe der Arzt gesagt, dass er nichts mehr tun könne für Janis. «Ich konnte nicht laut weinen, mein Hals war wie verstopft.»

Warten auf den Bericht der Staatsanwaltschaft

Nun warten die Eltern auf erste Ergebnisse der Untersuchung der Staatsanwaltschaft Ende Monat. «Sehr wichtig» seien ihm diese, sagt Donghua Li. «Ich möchte wissen, warum – und ob Janis noch leben würde, wenn er nicht im Spital gewesen wäre.»

Donghua Li schaut aber auch nach vorne. Er will eine Stiftung zu Ehren seines Sohnes gründen. «Er hat Sport geliebt und ich möchte diese Freude, mein Wissen und meine Erfahrung an andere Kinder und Menschen weitergeben», sagt er. «So ergibt Janis' Tod einen Sinn.» (smo)

Sehen Sie hier die Sendung «TalkTäglich» mit Donghua Li in voller Länge:

Tragischer und überraschender Tod von Sohn Janis