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Technischer Zins

Was bedeutet der Fachausdruck «Technischer Zins» eigentlich?

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Pensionskassen zahlen bekanntlich laufend Renten aus. Diese Renten werden aus dem Pensionskassenvermögen finanziert, welches diversifiziert an den Kapitalmärkten investiert ist. Oberstes Ziel einer Pensionskasse ist, die Rentenverpflichtungen auch zukünftig erfüllen zu können, was bedingt, dass das Vermögen die Verpflichtungen langfristig übersteigt oder zumindest mit diesen im Gleichgewicht bleibt.

Einer zukünftigen Verpflichtung von 100 müssen nun nicht zwingend unmittelbar 100 Vermögen gegenüberstehen, da von der Annahme ausgegangen wird, dass das Vermögen einen Ertrag abwerfen wird. Eine Verpflichtung von beispielsweise 128, (einmalig) fällig in zehn Jahren, ist mit einem heutigen Vermögen von 100 im Einklang, wenn auf dem Vermögen eine jährliche Rendite von 2,5 Prozent (inklusive Zinseszins) erzielt wird. Diese zukünftige erwartete Rendite auf dem Vermögen von 2,5 Prozent entspricht dem technischen Zins.

Nur 500’000 Franken Vorsorgekapital
Ein allein stehender Mann geht mit 65 Jahren in Pension, es besteht bei der Pensionskasse ein Vorsorgekapital von 500’000 Franken, der Umwandlungssatz beträgt sechs Prozent, was einer jährlichen Rente von 30’000 Franken entspricht. Die Lebenserwartung des angehenden Rentners beträgt 22,9 Jahre, was bedeutet, dass die Pensionskasse eine Rentengesamtsumme von 687’000 Franken auszahlen muss (22,9 mal 30’000 Franken). Dieser zukünftigen Verpflichtung stehen wie erwähnt heute aber lediglich 500’000 Franken Vorsorgekapital gegenüber. Um die 687’000 Franken über die Dauer der Lebenserwartung finanzieren zu können, muss eine jährliche Rendite von 2,65 Prozent auf den 500’000 Franken erwirtschaftet werden.

Geht die Pensionskasse nun davon aus, dass eine erwartete Rendite von 2,65 Prozent zu ambitioniert ist, und sieht diese eher bei 1,75 Prozent, wird sie den technischen Zins auf ebendiese 1,75 Prozent senken. Dies hat zur Folge, dass weniger Rente ausgerichtet werden kann; im obigen Beispiel wäre dies dann über die verbleibende Lebenserwartung von 22,9 Jahren eine Rentengesamtsumme von 618’000 Franken, was einem Umwandlungssatz von nunmehr 5,40 Prozent entspricht. Würde der technische Zins im Extremfall theoretisch auf 0 Prozent gesenkt (man würde davon ausgehen, dass zukünftig an den Kapitalmärkten gar keine Erträge mehr zu erwirtschaften wären), würde die Rentengesamtsumme über die verbleibende Lebenserwartung lediglich genau dem sich nicht mehr vermehrenden Vorsorgekapital von 500’000 Franken entsprechen, der Umwandlungssatz würde dann 4,37 Prozent betragen, was ganz einfach 100 Prozent geteilt durch die 22,9 Jahre Lebenserwartung entspricht.

Zurück zur ursprünglichen Ausgangslage: Falls man beim Eintreten ins Rentenalter verheiratet ist, wird dem überlebenden Ehepartner bis an dessen Lebensende eine Rente von beispielsweise 60 Prozent ausbezahlt, wodurch sich die finanzielle Verpflichtung der Pensionskasse gegenüber der Variante alleinstehender Rentner erhöht. Aufgrund der nun potenziell höheren auszurichtenden Rentengesamtsumme steigt die benötigte Rendite in diesem Fall von 2,65 Prozent auf stolze 3,75 Prozent.

Rente oder Kapital
Das Ehepaar hat bei der Pensionierung die Wahl zwischen Renten oder Kapitalbezug zu treffen. Ein Rentenbezug würde wie gesehen auf die verbleibende erwartete Lebensdauer des Ehepaares einer Jahresrendite auf dem Kapital von 3,75 Prozent entsprechen was bedeutet, dass, falls das Kapital bezogen wird, mit diesem eine Anlagerendite von netto 3,75 Prozent erwirtschaftet werden muss, um mit der Variante Rentenbezug gleichgestellt zu sein.

Neben anderen Faktoren ist der unterliegende technische Zins – oder eben die erwartete Rendite die Variable von zentraler Bedeutung, wenn es um den Entscheid geht, das Alterskapital in eine Rente zu wandeln oder als Kapital zu beziehen.

ZUM AUTOR Patrick Reinhardt ist zuständig für Institutional Banking bei der Aargauischen Kantonalbank

ZUM AUTOR Patrick Reinhardt ist zuständig für Institutional Banking bei der Aargauischen Kantonalbank

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