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Richtplan: Entwicklungsfokus im Ortszentrum

Die öffentliche Mitwirkung bildet einen wichtigen Meilenstein in der Überarbeitung der kommunalen Richtplanung. Die Überarbeitung bestätigt: Die Strategie, den Fokus auf die Entwicklung im Ortszentrum zu legen, war und ist richtig – es gilt, das Potenzial, das in den hier vorhandenen Reserven liegt, konsequent zu nutzen.

Erstellt im Auftrag der Gemeinde Wattwil
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Liebe Leserinnen, liebe Leser

Seit einiger Zeit ist schweizweit ein anhaltender Trend hin zu den gut erreichbaren kleineren Zentren auf dem Land zu beobachten. Das bietet Chancen für unser ländlich zentral gelegenes Regionalzentrum Wattwil. Diese gilt es zu nutzen.

Die Frage, wie wir Menschen mit den räumlichen Ressourcen umgehen, steht seit einigen Jahren im gesellschaftlichen Fokus. Umzusetzen sind die politischen Entscheide über die Raumplanung. Sie bietet den Behörden Führungsinstrumente und der Bevölkerung Orientierungshilfe zu den langfristigen Zielen, wie sich unser Land räumlich entwickeln soll.

Im Oktober 2017 traten das neue Planungs- und Baugesetz und der überarbeitete Richtplan des Kantons St. Gallen in Kraft. Entsprechend startete der Gemeinderat Wattwil 2018 die Überarbeitung der kommunalen Richtplanung. Diese enthält die strategischen Leitplanken für die langfristige räumliche Entwicklung der Gemeinde. Sie hat sich an die übergeordneten Vorgaben zu halten.

Ziel der laufenden Überarbeitung ist es einerseits, die Ortsplanung an die neuen kantonalen Anforderungen anzupassen (die ihrerseits jene des Bundes erfüllen müssen), anderseits, sie auf die künftige Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung auszurichten.

In einem ersten Schritt wurden die fachlichen und normativen Aspekte überprüft und überarbeitet, nun ist der Prozess geöffnet zur Mitwirkung der Bevölkerung. Die bereits 2012 definierte langfristige Strategie hat sich bestätigt. Als Regionalzentrum im Toggenburg hat unsere Gemeinde gemäss kantonaler Richtplanung eine wichtige Funktion als Bevölkerungs- und Arbeitsplatzschwerpunkt.

Für den Gemeinderat

Alois Gunzenreiner, Gemeindepräsident

Ländlich zentral gelegen und mit städtischem Charakter – als Regionalzentrum hat Wattwil auch gemäss kantonaler Richtplanung eine wichtige Funktion als Arbeitsplatzschwerpunkt (Abbildung: Toggenburger Tagblatt, 14. Sept. 2021).

Ländlich zentral gelegen und mit städtischem Charakter – als Regionalzentrum hat Wattwil auch gemäss kantonaler Richtplanung eine wichtige Funktion als Arbeitsplatzschwerpunkt (Abbildung: Toggenburger Tagblatt, 14. Sept. 2021).

Seit der Teilrevision des Raumplanungsgesetzes, die im März 2013 schweizweit, im Kanton St. Gallen und auch in Wattwil mit einer hohen Zustimmung von rund zwei Dritteln angenommen wurde, sind landesweit alle Raumplanungsinstrumente auf einen dreifachen Gesetzesauftrag auszurichten: Die Zersiedelung ist zu stoppen, brachliegendes Bauland ist effizienter zu nutzen, und es gilt, eine kompakte Siedlungsentwicklung zu fördern. Im Kanton St. Gallen erfolgte die Implementierung auf kantonaler Ebene mit dem Richtplan 2017. Entsprechend bildet die Entwicklung nach innen auch in der laufenden Überarbeitung der kommunalen Richtplanung in Wattwil einen wichtigen Schwerpunkt.

Richtplan-Strategie: die Eckwerte

  • Zentrumsentwicklung fördern
  • Gewerbe / Industrie stärken
  • Noch vorhandene Baulandreserven konsequent aktivieren
  • Bauliche Entwicklung hauptsächlich über Innenentwicklung

Strategie «Siedlungsentwicklung nach innen»

Mit Blick auf die Funktion von Wattwil als Regional- und Arbeitsplatzzentrum sowie auf die grossen Nutzungsreserven im Ortszentrum hatte der Gemeinderat diese allgemeine Stossrichtung bereits 2012 im geltenden kommunalen Richtplan festgehalten. Konsequent verfolgte er in den letzten Jahren den strategischen Schwerpunkt, das Ortszentrum weiter zu entwickeln. «Trotzdem haben wir im Ortszentrum nach wie vor grosse Nutzungsreserven», erklärt Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner. «Raumplanerisch gesprochen, ist das Zentrum ‹unternutzt›. Mit anderen Worten: Hier liegt Potenzial, das wir nutzen müssen, um weiter an Dynamik zuzulegen.» Deshalb arbeiteten Gemeinderat, Raumplanungskommission und das beauftragte Raumplanungsbüro im Rahmen der Richtplan-Überarbeitung eine Strategie «Siedlungsentwicklung nach innen» aus.

Innenentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe

Diese konsolidierte Strategie zeigt mit Potenzial- und Fokusgebieten, wo sich die Gemeinde entwickeln will, wo innere Reserven bestehen und wo Innenentwicklung möglich und verträglich ist. Sie berücksichtigt diverse Auswertungen über die ganze Gemeinde hinweg wie auch bestehende Planungen: das Leitbild Zentrum und das Hochhauskonzept, das der Gemeinderat in den letzten Jahren entwickeln liess. «Ohne Grundeigentümerinnen und Umsetzer findet allerdings auch mit der besten Planung keine Innenentwicklung statt», betont Alois Gunzenreiner. «Deshalb flossen und fliessen auch die Ergebnisse von Quartierbegehungen und -diskussionen sowie Grundeigentümerbefragungen mit ein – und deshalb ist auch die öffentliche Mitwirkung für weitere Kreise geöffnet.»

Strategie «Siedlungsentwicklung nach innen» – Die überarbeitete Wattwiler Richtplanung bestätigt die bereits geltende Strategie, im Zentrum und im Talboden die Nutzungsreserven sinnvoll zu aktivieren zu verdichten.

Strategie «Siedlungsentwicklung nach innen» – Die überarbeitete Wattwiler Richtplanung bestätigt die bereits geltende Strategie, im Zentrum und im Talboden die Nutzungsreserven sinnvoll zu aktivieren zu verdichten.

Gesundes Wachstum, realistische Ziele

Der Richtplanentwurf sieht langfristig ein gesundes Bevölkerungswachstum vor: Die Gemeinde Wattwil soll bis 2045 im bestehenden Baugebiet bei hoher Qualität der Aussenräume auf eine Einwohnerzahl von 10’000 wachsen. Mit Blick auf die Vorgaben zur Beschränkung der Zersiedelung ist Wattwil insgesamt auf Kurs: Auszonungen sind aktuell keine nötig. Der Kapazitätsindex gemäss kantonalem Gesetz zeigt: Im Siedlungsgebiet von Wattwil kommen heute auf eine Hektare Land 52 Einwohner/innen. Angestrebt werden 57 – das entspricht dem avisierten gesunden Wachstum im Siedlungsgebiet. Zugleich hat die Gemeinde Wattwil als Regionalzentrum die Aufgabe, den Arbeitsstandort mit regionaler, teilweise überregionaler und grenzüberschreitender Bedeutung zu sichern und nach Möglichkeit auszubauen. Ebenso sind die wichtigsten Einrichtungen in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Kultur, Verwaltung, Einkauf und Verkehr bereitzustellen.

Öffentliche Mitwirkung bis 30. November 2021

Die kommunale Richtplanung ist für den Gemeinderat strategisches Führungsinstrument und Entscheidungsgrundlage für raumplanerische Fragestellungen. Als solche dient sie auch als Basis für die Zonenplanung und das Baureglement der Gemeinde. Der Bevölkerung zeigt sie auf, welche langfristigen Ziele die Behörden in der Ortsplanung für die räumliche Entwicklung der Gemeinde verfolgen – sie ist jedoch nicht grundeigentümerverbindlich.

Die Überarbeitung der Ortsplanung ist ein mehrstufiger Prozess. In einem ersten Schritt wurden die fachlichen und normativen Gegebenheiten überprüft und überarbeitet. Der Gemeinderat Wattwil verabschiedete den Richtplanentwurf im Oktober 2020. Danach folgten die Vorprüfungen durch das kantonale Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (AREG) und durch die Fachgruppe Raumplanung der Region Toggenburg. Deren (positive) Beurteilungen flossen in den vorliegenden Richtplanentwurf ein. Im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung kann sich die Bevölkerung bis am 30. November 2021 mit schriftlichen Eingaben an den Gemeinderat dazu äussern. Zum Start wurde der Richtplanentwurf am 30. September öffentlich vorgestellt. Alle Unterlagen sind während diesen acht Wochen im Foyer der Gemeindeverwaltung und auf der Website der Gemeinde einsehbar. In drei Sprechstunden können Interessierte sich mit Behördenvertreter/innen und Expert/innen austauschen (jeweils ab 17 Uhr auf der Gemeindeverwaltung):

  • Montag, 25. Oktober 2021
  • Donnerstag, 4. November 2021
  • Donnerstag, 18. November 2021

Der Gemeinderat bezieht die Eingaben in die weitere Bearbeitung mit ein und beantwortet die Anliegen. Danach erlässt er den Richtplan. Im Lauf des nächsten Jahres will er dann die Überarbeitung von Zonenplan und Baureglement an die Hand nehmen. Diese unterstehen beide dem Referendum, sind eigentümerverbindlich und rechtsmittelfähig. Konkrete Bauvorhaben durchlaufen alle das Baubewilligungsverfahren.

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