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Plötzlich war alles anders

Karl Schöllhorns Frau war nach der Operation eines Hirntumors halbseitig gelähmt. Seit 25 Jahren sorgt er nun für seine Frau – auch dank der Unterstützung des Roten Kreuzes.

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Karl Schöllhorn und Rosemarie Schöllhorn

Karl Schöllhorn und Rosemarie Schöllhorn

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Gleich zu Beginn ist eine harmonische Atmosphäre spürbar im gemütlich eingerichteten Haus des Ehepaars Schöllhorn. Rosemarie Schöllhorn, 80, begrüsst uns mit einem herzlichen Lächeln. Der 75-jährige Karl Schöllhorn wirkt überaus sportlich. Kaum fassbar, dass vor 25 Jahren ein Schicksalsschlag das Leben des Ehepaars von Grund auf verändert hat.

1992 wird bei Rosemarie Schöllhorn ein bösartiger Hirntumor festgestellt. Die heikle Operation hat gravierende Folgen: Als Rosemarie Schöllhorn aufwacht, ist sie halbseitig gelähmt. Sie hat Sprachstörungen und auch ihre kognitiven Fähigkeiten sind beeinträchtigt. «Es war, als fielen wir in ein tiefes Loch. Ein endloser, dunkler Tunnel», beschreiben beide übereinstimmend die damalige Zeit.

Nichts ist mehr wie zuvor

Für das Paar ist es ein enormer Schock. «Unser ganzes Leben wurde auf den Kopf gestellt. Von einem Tag auf den andern war privat und auch im Beruf alles anders.» Die beiden stellen sich bange Fragen zu ihrer gemeinsamen Zukunft: Wird sich der Gesundheitszustand verbessern oder verschlimmern? Muss Rosemarie Schöllhörn gar in ein Pflegeheim? Das Ehepaar hat sich versprochen, füreinander da zu sein. In guten, wie in schweren Zeiten. Karl Schöllhorn gehört nicht zu denen, die leicht aufgeben und das Versprechen gibt ihm Kraft. Er nimmt grosse berufliche Veränderungen auf sich, damit er sich besser um seine Frau kümmern kann.

Willkommene Entlastung

Als Karl Schöllhorn erkennt, dass er die Betreuung seiner Frau nicht mehr alleine bewältigen kann, lässt er sich beraten. Das Ehepaar erfährt vom Entlastungsdienst für pflegende Angehörige des SRK Kanton Aargau. «Erleichtert stellten wir fest, dass die Tarife für uns erschwinglich sind.» Zuvor hatten sie diese Möglichkeit ausgeschlossen, weil andere, private Entlastungsdienste ihr Budget bei Weitem übersteigen.

Seit drei Jahren kümmert sich Elisabeth Kummer, Pflegehelferin SRK, einmal pro Woche um Rosemarie Schöllhorn. Sie kochen zusammen einfache Mahlzeiten, machen Schreibübungen, versorgen die saubere Wäsche oder räumen den Tisch ab. Für Karl Schöllhorn ein Moment, durchzuatmen und seine Batterien aufzuladen «Ich bin so froh, dass mein Mann ab und zu etwas unternehmen und seine Zeit frei einteilen kann», vertraut uns Rosemarie Schöllhorn an. Karl Schöllhorn nutzt diese Stunden, um im Auftragsverhältnis zu arbeiten oder seinem Hobby nachzugehen, dem Klettern: «Da ich meine Frau in guten Händen weiss, kann ich unbesorgt weggehen.»

Ein fast normaler Alltag

Rosemarie Schöllhorns Gesundheit hat sich erheblich verbessert, in einem Alter, in dem die meisten Menschen gesundheitliche Beeinträchtigungen annehmen müssen. «Sie hat einen eisernen Willen», erklärt die Pflegehelferin voller Bewunderung. Rosemarie Schöllhorn kann wieder normal sprechen. Sie erhebt sich aus dem Rollstuhl und geht sogar einige Schritte ohne Stock. Sie hat auch wieder gelernt, zu schreiben und ohne Hilfe aus dem Bett aufzustehen. All dies war vor einigen Jahren noch unvorstellbar. Zu den beachtlichen Fortschritten beigetragen, haben Rosemarie Schöllhorns starker Charakter und die Liebe sowie der Optimismus ihres Mannes. Beide sind aber überzeugt, dass die Entlastung durch das SRK auf Dauer unerlässlich ist für ein harmonisches Zusammenleben und für andauernde Lebensfreude.

Das Rote Kreuz in der Schweiz

Das SRK stärkt und entlastet Menschen – direkt vor Ort in den Rotkreuz-Kantonalverbänden. Jährlich werden hier aktuell über eine Million Arbeitsstunden von Mitarbeitenden und Freiwilligen erbracht. Sie verteilen sich auf Angebote wie Notruf, Fahrdienst, Besuchs- und Begleitdienste, Entlastung für pflegende Angehörige, Beratung zur Patientenverfügung, Kinderbetreuung zu Hause und Babysitter-Vermittlung.

Mehr Informationen zu den Angeboten finden Sie hier.

Hier finden Sie Entlastungs- und Beratungsangebote für pflegende Angehörige sowie Ansprechpartner in Ihrer Nähe.

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