Ratgeber Gesundheit
Depression – mehr als nur Traurigkeit

Depressionen gehören zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen

Drucken
Teilen
Depressive Menschen fühlen sich oft gefangen in ihren Gedanken – Depressionen lassen sich jedoch behandeln.

Depressive Menschen fühlen sich oft gefangen in ihren Gedanken – Depressionen lassen sich jedoch behandeln.

Zur Verfügung gestellt

Eine Depression ist manchmal schwer von einer alltäglichen Verstimmung zu unterscheiden. Was heute als Stress, Nervosität oder Burnout bezeichnet wird, ist häufig eine Depression. Die Krankheit tritt wie Diabetes oder Bluthochdruck, unabhängig von Alter, Beruf, sozialem Stand, Herkunft und religiösem Glauben auf. Trotzdem wird die Krankheit in der Öffentlichkeit zu wenig wahrgenommen und oft missverstanden.

Eine Depression hat meist eine Vorgeschichte und ist eine Reaktion von Psyche und Körper auf anhaltende Überforderungen und schwierige Lebenssituationen. Die Krankheit kann sich schleichend entwickeln, die Symptome werden immer stärker und verschwinden nicht mehr. Eine Depression kann aber auch plötzlich und unerwartet auftreten.

Mögliche Anfangssymptome einer Depression sind Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen oder das Grübeln und immer wieder in Gedankenschleifen gefangen sein. Manche Betroffene empfinden keine Freude mehr, bei anderen überwiegt eine grosse innere Unruhe. Eine Depression kann sich auch durch vermehrte Gereiztheit, aggressives Verhalten im Beruf und in der Familie zeigen oder sich durch Kopf-, Rücken- oder Bauchschmerzen äussern.

Manchmal erleben Betroffene Angstattacken und körperliche Beklemmungsgefühle. Auch das Interesse an Sexualität kann verloren gehen. Depressionen sind ausserdem ein häufiger Grund für Suizide. Aus diesem Grund muss die Depression als potenziell tödliche Erkrankung bezeichnet werden.
Wichtig für Betroffene und Angehörige ist es, sich bewusst zu werden, dass die Depression eine Krankheit ist und nichts mit einer Charakterschwäche zu tun hat oder ein Zeichen davon ist, dass sich jemand einfach mal ein bisschen gehen lässt.

Was kann eine Depression auslösen?

  • Die genetische Belastung gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren für eine Depression. Das heisst, die Krankheit kann auch vererbt werden.
  • Konstante sehr hohe Anforderungen im Beruf und zu Hause erhöhen das Risiko, an einer Depression zu erkranken.
  • Traumatische Erfahrungen und schwere seelische Belastungen, auch wenn sie lange zurückliegen, können das Risiko für eine Depression erhöhen.
  • Chronische Krankheiten von Familienangehörigen können die eigene Gesundheit belasten.
  • Der Verlust eines geliebten Menschen ist ein tiefer Einschnitt im Leben und kann eine Depression auslösen.
Prof. Dr. med. Martin Hatzinger Ist Chefarzt der Psychiatrischen Dienste der Solothurner Spitäler.  

Prof. Dr. med. Martin Hatzinger Ist Chefarzt der Psychiatrischen Dienste der Solothurner Spitäler.  

Zur Verfügung gestellt

Der Krankheitsgrad einer Depression kann sehr verschieden sein. Bei einer schweren Depression sind die Betroffenen nicht mehr in der Lage, ihren Alltag zu bewältigen. Nehmen Sie länger andauernde Anzeichen darum ernst und wenden Sie sich unbedingt an eine Fachperson. Das ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Behandlung. Wichtig zu wissen ist, dass die Behandlungskosten von der obligatorischen Krankenversicherung übernommen werden.

Hilfsangebote bei Depressionen

Psychiatrische Dienste soH

Behandlungszentrum für Angst und Depression

Notfall- /Krisenambulanz Solothurn 032 627 11 11 (24 h)

Notfall- und Krisenambulanz Olten 062 311 52 10 (8 bis 17 Uhr)

Sanitäts-Notrufnummer 144

Dargebotene Hand 143

Telefonhilfe für Kinder/Jugendliche 147 (SMS)

Solothurner Bündnis gegen Depression:

www.solothurner-buendnis.so.ch

Weitere Informationen unter: www.so-h.ch

Bitte richten Sie Ihre Fragen an:

Stadtanzeiger Olten
Ratgeber Gesundheit
Ziegelfeldstrasse 60
4600 Olten
info@stadtanzeiger-olten.ch
Tel. 058 200 47 00

Aktuelle Nachrichten