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Arbeitsmarkt Schweiz – solider als erwartet

Allen Unkenrufen zum Trotz: Der schweizerische Arbeitsmarkt zeigt sich von seiner robusten Seite

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Ratgeber Geld und Finanzen

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Die Aufhebung der Untergrenze des Frankens zum Euro vor rund 15 Monaten liess nicht nur die Befürchtungen über einen Wirtschaftseinbruch und eine anhaltende Deflation in die Höhe schiessen. Auch die Sorgen über einen starken und plötzlichen Anstieg der Arbeitslosenquote nahmen sprunghaft zu. Jetzt, über ein Jahr später, zeigt sich der Arbeitsmarkt bei uns auf den ersten Blick nach wie vor solide. Ein Trugschluss?

Geldpolitik beeinflusst Arbeitsmarkt

Mit der Aufhebung der Untergrenze von 1.20 Franken je Euro nahmen die Ängste vor negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt rapide zu.

Sowohl ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosenquote als auch der Kurzarbeit wurde erwartet. Etwas über ein Jahr später stellen wir fest, dass der Anstieg der Arbeitslosenquote auf aktuell 3,8% in erster Linie auf saisonal bedingt Faktoren (witterungsabhängige Branchen, Temporärarbeit etc.) zurückzuführen ist. Gemäss dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) spielen konjunkturelle Faktoren für den Anstieg nur eine untergeordnete Rolle. Bereinigt man die Arbeitslosenquote um die saisonalen Faktoren, dann betrug der Anstieg der Arbeitslosenquote seit der Aufhebung der Untergrenze gerade einmal 0,2% (auf aktuell 3,4%). Auch in absoluten Zahlen ist der Anstieg vergleichsweise bescheiden: Bis Januar 2016 stieg die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen gemäss SECO innert Jahresfrist um 12’698 auf 163’644.

Strukturwandel im Gange?

Betrachtet man diese Zahlen etwas genauer, dann lassen sich jedoch einige wichtige Fakten in Bezug auf die zukünftige Entwicklung am Arbeitsmarkt und für den Werkplatz Schweiz feststellen. In den letzten Jahren wurde ein Grossteil des Beschäftigungszuwachses in Bereichen wie Gesundheit, Pflege, Erziehung, Sozialwesen oder Verwaltung geschaffen, alles Branchen, die eher weniger für eine Zunahme der schweizerischen Produktivität sorgen. Auf der anderen Seite wurden gleichzeitig in der «produktiveren» Industrie tendenziell Arbeitsplätze abgebaut, ein Trend, der sich vor allem im vergangenen Jahr aufgrund der starken Aufwertung des Frankens und der damit verbundenen Folgen für den Tourismus und die Exporte stark fortgesetzt haben dürfte. Somit findet seit einigen Jahren in der Schweiz ein langsamer, fast unbemerkter Strukturwandel statt, welcher die Produktivität der Schweiz mehr und mehr untergräbt und der sich jüngst sogar akzentuiert haben dürfte.

Talsohle wohl durchschritten

Für das laufende Jahr gibt sich das SECO dennoch verhalten optimistisch. Obwohl sich die Arbeitslosenquote in den kommenden Monaten noch gegen 4% erhöhen könnte, dürfte die aktuelle Konjunkturentwicklung in der Schweiz für einen anhaltenden Beschäftigungszuwachs und damit eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von rund 3,8% sorgen. Sollte sich allerdings die internationale Entwicklung wie jüngst weiter eintrüben, werden die Aussichten für den Detailhandel, den Tourismus und die exportorientierten Branchen weiterhin schwierig bleiben. Dann könnte auch die Zahl der Unternehmen mit Kurzarbeit, welche im November 2015 einen Jahreshöchststand erreicht hatte, weiter ansteigen.

Fazit

Der schweizerische Arbeitsmarkt als Ganzes hat die Folgen der Aufhebung der Untergrenze erstaunlich gut weggesteckt. Allerdings dürfte sich der Strukturwandel weg von produktiven, verarbeitenden (Industrie-)Stellen hin zu weniger produktiven binnen- und dienstleistungsorientierten Stellen weiter akzentuiert haben. Die Herausforderungen für den einheimischen Arbeitsmarkt bleiben damit weiterhin gross, auch wenn sich die Situation in unseren Nachbarländern weit dramatischer präsentiert.

Zum Autor

Marcel-Koller

Marcel-Koller

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Marcel Koller ist Chef-Ökonom bei der Aargauischen Kantonalbank Olten.

Weitere Informationen unter: www.akb.ch

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