Baueingabe
Wegen Teuerung: Die Neugestaltung des Marktplatzes in Flawil kostet mehr als geplant

Die Flawilerinnen und Flawiler haben sich für die Neugestaltung des Marktplatzes mit Tiefgarage, Kulturhaus und Markthalle ausgesprochen und dafür einen Bruttokredit von 8,275 Millionen Franken bewilligt. Seither hat eine Baukommission das Vorprojekt weiterentwickelt. Nun wir klar: Es braucht mehr Geld.

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So könnte der Flawiler Marktplatz künftig aussehen.

So könnte der Flawiler Marktplatz künftig aussehen.

Visualisierung: PD

Im Gutachten zur Urnenabstimmung führte der Gemeinderat aus, dass die Neugestaltung des Marktplatzes unabhängig vom Hochwasserschutzprojekt Dorf- und Tüfibach realisiert werden kann. Diese Aussage trifft zu. Dennoch haben die Ablehnung des Hochwasserschutzprojekts und weitere Projektanpassungen finanzielle Auswirkungen auf das Bauprojekt.

Notwendige Hochwasserschutzmassnahmen

Bis das Hochwasserschutzprojekt Dorf- und Tüfibach realisiert ist, befindet sich das Bauprojekt auf dem Marktplatz gemäss Naturgefahrenkarte des Kantons St.Gallen in einem Gebiet, für das zusätzliche bauliche Schutzmassnahmen getroffen werden müssen.

Konkret muss das Niveau sowohl der Tiefgarage als auch der Markthalle und des Kulturhauses um zehn Zentimeter angehoben werden. Weiter wird zum Schutz der Tiefgarage vor Überflutung ein Wasserschutztor notwendig und zum Schutz der Häuser an der Gupfengasse vor Überschwemmungen muss östlich des Kulturhauses zusätzlich ein kleiner Damm ausgebildet werden.

Nordwest-Ansicht aus der Baueingabe des neugestalteten Flawiler Marktplatzes.

Nordwest-Ansicht aus der Baueingabe des neugestalteten Flawiler Marktplatzes.

Bild: GK

Neue Normen für die Tiefgarage

Seit dem 1. Januar 2022 ist eine neue VSS-Norm (Schweizerischer Verband der Strassen- und Verkehrsfachleute) für den Bau von öffentlichen Parkierungsanlagen in Kraft. Deshalb hat der Gemeinderat verschiedene Komfortverbesserungen im Sinne der neuen Norm beschlossen.

So wird einerseits die Breite der Fahrwege von 4 Metern auf 4,50 Meter und die Breite der Rampe von 5,35 Metern auf 6 Meter erhöht. Daraus resultiert eine minimale Vergrösserung des Baukörpers. Dies führt zu einer Reduktion der ursprünglich vorgesehenen Anzahl Parkplätze von 60 auf 56.

Keine Photovoltaikanlage geplant

Bei der aktuellen Energiemangellage ist Photovoltaik in aller Munde. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Kulturhauses zu installieren, ist aufgrund von Berechnungen der Technischen Betriebe Flawil wegen der vielen hochstämmigen und grosskronigen Bäume nicht sinnvoll.

Der Wirkungsgrad einer solchen Anlage wäre wegen des Schattenwurfs zu schlecht. Die Bäume bilden einen Baumhain und entsprechen dem Kerngedanken des Projekts. Sie leisten einen wertvollen Beitrag gegen die Klimaerwärmung. Statt einer eigenen Photovoltaikanlage prüft der Gemeinderat eine Beteiligung an der neuen Solargemeinschaft.

Höhere Baukosten wegen Teuerung

Der Kostenvoranschlag des Vorprojekts datiert vom 13. Mai 2020. Zwischenzeitlich ist gemäss Angaben des Bundesamts für Statistik vom Juni 2022 eine Teuerung der Baupreise von rund zehn Prozent eingetreten. Gemäss Anhang «Finanzbefugnisse» zur Gemeindeordnung kann der Gemeinderat dafür einen Nachtragskredit in eigener Kompetenz sprechen.

Auch die vorstehend beschriebenen Projektanpassungen führen zu Mehrkosten. Ebenfalls im Umfang von rund zehn Prozent. Der damalige Kreditantrag an die Bürgerschaft hatte eine Kostengenauigkeit von plus/minus 15 Prozent. Für die projektbedingten Mehrkosten ist ebenfalls ein Nachtragskredit notwendig, der aus heutiger Sicht dem fakultativen Referendum unterstehen wird.

Wie geht es weiter?

Das Baugesuch zur Neugestaltung des Marktplatzes ist eingereicht. Es wird voraussichtlich vom 9. Januar bis zum 7. Februar 2023 öffentlich aufgelegt. Gleichzeitig mit dem Projekt zur Sanierung der Magdenauerstrasse, dem dafür notwendigen Teilstrassenplan sowie mit der entsprechenden Verkehrsanordnung der Kantonspolizei.

Wenn keine Einsprachen eingehen, kann die Baubewilligung bis Mitte 2023 erteilt werden. In diesem Fall ist ein Baustart im Herbst 2023 oder im Frühjahr 2024 möglich. Die Inbetriebnahme von Kulturhaus, Markthalle und Tiefgarage würde dann im Frühjahr/Sommer 2025 erfolgen. (pd/uh)