Orientierungslauf
«Der Ausflug ins Toggenburg hat sich definitiv gelohnt»: OL-Legende Simone Niggli-Luder startete am Sonntag an den nationalen Meisterschaften auf der Sellamatt

Das von der OL Regio Wil organisierte OL-Weekend beinhaltete am Sonntag die Schweizer Meisterschaften über die Langdistanz. Gewonnen wurden diese von Daniel Hubmann und Simona Aebersold. Im Fokus der Fans stand aber auch die OL-Legende Simone Niggli-Luder.

Beat Lanzendorfer
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Simone Niggli-Luder (rechts) analysiert mit einer weiteren Teilnehmerin nach dem Rennen die Strecke und die darauf anzulaufenden Posten.

Simone Niggli-Luder (rechts) analysiert mit einer weiteren Teilnehmerin nach dem Rennen die Strecke und die darauf anzulaufenden Posten.

Bild: Beat Lanzendorfer

Ein Zuschauer am Streckenrand verlieh Simone Niggli-Luder das Prädikat «Federer im Orientierungslauf». Damit liegt er gar nicht so falsch. Während die beste Orientierungsläuferin aller Zeiten in ihrer Karriere 23 Weltmeistertitel gewann, bringt es der Tennis-Maestro auf 20 Grand-Slam-Titel.

Vor neun Jahren zurückgetreten, bestreitet die mittlerweile 44-Jährige weiterhin Orientierungsläufe in ihrer Alterskategorie. Dies war auch der Grund, weshalb die OL-Legende am Wochenende im Toggenburg weilte.

Sie war eine der 2'000 Teilnehmenden am von der OL Regio Wil organisierten OL-Weekend im Obertoggenburg. Am Samstag stand ein Toggenburger OL auf der Wolzenalp auf dem Programm, am Sonntag folgten dann die Schweizer Meisterschaften in der Langdistanz auf der Sellamatt.

Schon mehrmals im Toggenburg gelaufen

«Es liegt zwar schon längere Zeit zurück, aber ich bin schon mehrmals hier auf der Sellamatt gelaufen und es ist immer wieder schön», sagte Simone Niggli-Luder nach ihrem Zieleinlauf. Die Strecke hätte es in sich gehabt und sei anspruchsvoll gewesen.

Und obwohl Simone Niggli-Luder nicht mehr in der Elite-Kategorie an den Start geht, brennt das OL-Feuer nach wie vor in ihr: «Ich mache es immer noch sehr gern, zudem ist die ganze Familie dabei.» Und mit einem Augenzwinkern:

OL-Legende Simone Niggli-Luder.

OL-Legende Simone Niggli-Luder.

Bild: Beat Lanzendorfer
«Man kann in seinem eigenen Tempo versuchen, das Beste daraus zu machen. Die Posten möglichst schnell anzulaufen, weckt noch immer den Ehrgeiz in mir.»

Und beim Blick auf die Tabelle wird dann klar, wie schnell das Mitglied der OL Regio Burgdorf immer noch unterwegs ist. Für die 13 Posten auf den 5,9 Kilometern benötigte sie gerade einmal etwas über 47 Minuten und nahm dabei der Zweitplatzierten in ihrer Kategorie mehr als zehn Minuten ab.

Irgendwann vor dem Rennen muss sogar Zeit geblieben sein, sich mit der Gegend vertraut zu machen, denn im Gespräch wusste sie, dass der höchste Gipfel der sieben Churfirsten der 2'306 Meter hohe Hinterrugg ist. «Das Spannende am OL ist, finde ich, dass man ganz viele Orte in der Schweiz kennen lernt. Der Ausflug ins Toggenburg hat sich definitiv gelohnt», sagte Simone Niggli-Luder abschliessend.

Daniel Hubmann und Simona Aebersold holen die Titel

Bei der Herren-Elite triumphierte mit Daniel Hubmann ein Einheimischer. Der mehrfache Welt- und Europameister sowie Gesamtweltcup-Sieger ist Mitglied der OL Regio Wil. Für die 32 Posten, die auf einer Strecke von 14,2 Kilometern mit 690 Höhenmetern angelegt waren, benötigte er 1:35,41 Stunden. Platz 2 holte sich Pascal Buchs, Les Hauts-Geneveys. Er benötigte 83 Sekunden länger. Die Bronzemedaille gewann Joey Hadorn, Fahrni bei Thun. Ihm nahm Sieger Daniel Hubmann zwei Minuten und 18 Sekunden ab.

In der Kategorie Damen-Elite ging Simona Aebersold aus dem bernischen Brügg als Top-Favoritin an den Start. Die 24-Jährige wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und legte die 9,9 Kilometer mit 24 Posten und 420 Höhenmetern in 1:19,02 Stunden zurück. Hinter ihr reihten sich Katrin Müller, 1:25,23 Stunden, Beinwil am See, und Paula Gross, Richterswil, 1:25,57 Stunden, auf den weiteren Podestplätzen ein.

Die Sieger bei der Elite, oben von links: Pascal Buchs (2.), Daniel Hubmann (1.) und Joey Hadorn (3.). Unten von links: Katrin Müller (2.), Simona Aebersold (1.) und Paula Gross (3.).

Die Sieger bei der Elite, oben von links: Pascal Buchs (2.), Daniel Hubmann (1.) und Joey Hadorn (3.). Unten von links: Katrin Müller (2.), Simona Aebersold (1.) und Paula Gross (3.).

Bild: Beat Lanzendorfer

Dass der Orientierungslauf bis ins hohe Alter betrieben werden kann, beweisen Verena Harzenmoser aus St.Gallen und Ernst Messerli, Itingen BL. Die beiden ältesten Teilnehmenden des OL-Weekends haben beide Jahrgang 1930.

Ernst Messerli war mit Jahrgang 1930 der älteste Teilnehmer.

Ernst Messerli war mit Jahrgang 1930 der älteste Teilnehmer.

Bild: Beat Lanzendorfer

Die Präsidentin zieht ein positives Fazit

Anita Rüegg, die der OL Regio Wil seit eineinhalb Jahren als Präsidentin vorsteht, blickte am Sonntagabend auf ein intensives und gelungenes Wochenende zurück. Sie sagte:

Anita Rüegg, Präsidentin OL Regio Wil.

Anita Rüegg, Präsidentin OL Regio Wil.

Bild: Beat Lanzendorfer
«Die vielen positiven Rückmeldungen freuen mich und sind die Bestätigung, dass sich die Arbeit in den vergangenen Monaten gelohnt hat.»

Rüegg, die in Mosnang wohnt und selber oft mit OL-Karte, Batch und Kompass unterwegs ist, zeigte sich erfreut über die Anwesenheit von Regierungsrat Bruno Damann und Christian Gressbach, Geschäftsführer von Toggenburg Tourismus.

Anita Rüegg, Präsidentin OL Regio Wil, freut sich zusammen mit Christian Gressbach, Geschäftsführer Toggenburg Tourismus, Regierungsrat Bruno Damann und Laufchef Peter Grollmann über das gelungene Wochenende (von links).

Anita Rüegg, Präsidentin OL Regio Wil, freut sich zusammen mit Christian Gressbach, Geschäftsführer Toggenburg Tourismus, Regierungsrat Bruno Damann und Laufchef Peter Grollmann über das gelungene Wochenende (von links).

Bild: Beat Lanzendorfer

«Die Partnerschaft mit Toggenburg Tourismus hat sich gelohnt, was bei der Organisation des Grossanlasses vieles vereinfacht hat. Immerhin durften wir am Samstag beim Toggenburger OL auf der Wolzenalp und tags darauf bei der OL-Schweizer-Meisterschaft auf der Sellamatt mehr als 2000 Gäste begrüssen.»