Advent
Achtung, fertig, kurbeln! Strom sparen ist angesagt beim Weihnachtsschaufenster von Radio Keiser in Frauenfeld

Den bekannten «Roten Knopf» vor Radio Keiser in der Frauenfelder Vorstadt gibt es dieses Jahr nicht. Wer die Weihnachtsszenerie im Schaufenster in Bewegung bringen will, muss selber Hand anlegen und an einer Kurbel drehen. Damit wollen die Verantwortlichen mit einem Augenzwinkern auf das Thema Stromsparen hinweisen.

Mathias Frei
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Ein begnadeter Bastler: Radio-Keiser-Inhaber Markus Marolf bei den letzten Vorbereitungen für das Weihnachtsschaufenster.

Ein begnadeter Bastler: Radio-Keiser-Inhaber Markus Marolf bei den letzten Vorbereitungen für das Weihnachtsschaufenster.

Bild: PD/Wirthmedia

Diese Liebe zum Detail: einfach schön. Diese Begeisterung für Weihnachten: noch schöner. Mit Dampflokomotive und Seilbähnli kommt das Christkind dieses Jahr nach Frauenfeld. Und Rudolf, das Rentier mit der roten Nase, hat es auch mit dabei. Das und noch viel mehr lässt sich ab dem Wochenende im bekannten und allseits beliebten Weihnachtsschaufenster von Radio Keiser in der Vorstadt entdecken. Das Fenster ist täglich von 9 bis 22 Uhr in Betrieb.

Vergangenes Jahr gab es den «Roten Knopf».

Vergangenes Jahr gab es den «Roten Knopf».

Bild: Screenshot Facebook

Markus Marolf ist seit 24 Jahren Inhaber der Radio Keiser Marolf und Schefer AG. Schon seit längerem gestaltet er ein Weihnachtsfenster. Vor fünf Jahren hat er dann aber erstmals den «Roten Knopf» installiert vor seinem Geschäft. Marcel Wirth, der die Kommunikationsagentur Wirth Media führt, hat ihn dabei konzeptionell unterstützt. Drückte man den Button, spielte sich allerhand ab im Schaufenster. Vergangenes Jahr tanzten Samichläuse, ein adventlich gestimmter James Bond seilte sich ab, Weihnachtslieder erklangen, und alles war mit viel besinnlicher Beleuchtung untermalt.

Mit der eigenen Muskelkraft in Bewegung setzen

Dieses Jahr gibt es den «Roten Knopf» nicht. Dafür steht eine Handkurbel vor dem Schaufenster. Wer daran dreht, schaltet das Geschehen mit eigener Muskelkraft an. Ton, Licht und alles andere laufen entsprechend nur solange, wie man auch kurbelt. Ladeninhaber Marolf sagt:

«So wollen wir mit einem Augenzwinkern auf das derzeit aktuelle und sowieso wichtige Thema des Stromsparens aufmerksam machen.»

Bis vor wenigen Wochen war eigentlich geplant, dieses Jahr komplett auf das bewegte Weihnachtsfenster zu verzichten, erklärt Wirth. Dann sei die Idee mit der Handkurbel aufgekommen, die Marolf einst online erworben hatte. Marolf ist der begnadete Bastler, während Wirth unter anderem Bilder und Videos produziert. Die Ideen hecken sie gemeinsam aus.

So sieht das Schaufenster dann aus.

So sieht das Schaufenster dann aus.

Bild: PD/Wirthmedia

Doch noch ein wenig Licht in der Vorstadt

Dass sich Marolf schliesslich doch entschloss, den Aufwand auf sich zu nehmen, ist auch im Umstand begründet, dass die Stadt, um Strom zu sparen, fast komplett auf die Weihnachtsbeleuchtung verzichtet. Wirth sagt:

«So sorgen wir für ein wenig Licht im Dunkel der Adventszeit.»

Nicht verhehlen wollen Marolf und Wirth, dass das Schaufenster auch immer eine gute Werbeplattform darstellt. Marolf sagt, auf diese Weise könne er den Leuten beispielhaft aufzeigen, was mit der Smart-Home-Technologie alles möglich sei. Radio Keiser bietet vernetzte, sogenannt intelligente Haus- und Unterhaltungstechnik für das Daheim an.

Zehn Kilo Heissleim und 2000 Franken Materialaufwand

Der zeitliche Aufwand vor allem für Marolf ist riesig. Während mehrerer Wochen arbeitet er jeweils neben dem normalen Tagesgeschäft am Schaufenster, oft abends und am Wochenende.

«Jedes Jahr sage ich mir wieder: ‹Das war das letzte Mal.› Und dann kommt es doch anders.»

Die Arbeitsstunden zählt er nicht. Aber er weiss, dass er dieses Jahr wohl gegen zehn Kilo Heissleim verklebt hat. Der Materialaufwand lag eher etwas tiefer als auch schon: bei etwa 2000 Franken.

Radio-Keiser-Chef Markus Marolf an der Kurbel.

Radio-Keiser-Chef Markus Marolf an der Kurbel.

Bild: PD/Wirthmedia

Aber letztlich würden ihn und Wirth die leuchtenden Augen entschädigen, die im Schaufenster auf Entdeckungsreise gehen – sowohl Kinder wie auch Erwachsene. Vergangenes Jahr am Weihnachtsmarkt wurde der Button während drei Tagen und jeweils von 9 bis 22 Uhr insgesamt 1400-mal gedrückt. Marolf lacht:

«Wir mussten die Schaufensterscheibe mehrmals täglich putzen, so ‹vertöplet› war sie.»