Aus Metropole auf die Gesa

Der Club de Futbol América aus Mexiko-Stadt tritt als zweites mexikanisches Team, nach Atlas Guadalajara 2006, am 8. Internationalen U19-Fussballturnier vom 18./19. Mai in Altstätten an.

Roger Baumgartner
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FUSSBALL. Tortillas, Nachos, Sombrero, Tequila, Chilli – Begriffe, die für Mexiko stehen. Ebenso gehört Fussball zum Populärsten, was Mexiko zu bieten hat. Die Nachwuchsmannschaft des Club América, eines der beliebtesten und erfolgreichsten Vereine des Landes, gibt sich in Altstätten die Ehre und will den Beweis antreten, weshalb Mexiko im Nachwuchsbereich immer wieder hervorragende Resultate gelingen – zum Beispiel U17-Weltmeister 2011 im eigenen Land oder Rang drei an der U20-WM im gleichen Jahr in Kolumbien.

Geschichtsträchtiger Verein

Der Club de Futbol América S.A. de C.V., kurz Club América genannt, ist in der 20-Millionen-Metropole Mexiko-Stadt beheimatet. Die erste Mannschaft des 1916 gegründeten Clubs spielt zurzeit in der Primera Divisón de México, der höchsten Fussball-liga im Land und vertritt neben Cruz Asul und Pumas (Universidad Nacional) die Farben der Hauptstadt im Fussballoberhaus. Zusammen mit Guadalajara ist Club América die einzige Mannschaft, die seit der Gründung der Profiliga im Jahre 1943 noch nie abgestiegen ist. Die berühmte Heimstätte des Vereines, der in der Clausura Meisterschaft 2011 mit Ángel Reyna den Torschützenkönig stellte, ist das Aztekenstadion. Die 1966 errichtete Arena ist mit 105 000 überdachten Sitzplätzen das weltweit grösste, reine Fussballstadion. Hier fanden unter anderem die Endspiele der Fussball-WM 1970 und 1986 sowie das denkwürdige, irreguläre Tor Argentiniens gegen England (an der Fussball-WM 1986) mit der «Hand Gottes» von Diego Maradona statt. Noch heute lässt der Verein bei Heimspielen einen Adler, Spitzname des Clubs, durch das Rund fliegen und stets im Mittelkreis landen.

Förderer berühmter Spieler

Club América ist nach Rekordmeister Guadalajara mit zehn nationalen Meistertiteln der erfolgreichste Club Mexikos. Sämtliche Trophäen, die es im zentral-südamerikanischen Fussball zu gewinnen gibt (Copa México, Campéon de Campeones, CONCACAF Champions Cup, usw.), tragen den Namen des Club de Fútbol América. Der berühmteste Spieler, der bereits die Jugendmannschaften dieses Traditionsvereines durchlief, ist Cuauhtémoc Blanco, der an der WM 1998 in Frankreich, 2002 in Korea/Japan und 2010 in Südafrika die Farben Mexikos trug. Am Konföderationen-Turnier 1999, als Mexiko im Final Brasilien mit 4:3 bezwang, wurde Blanco mit sechs Treffern Torschützenkönig. Weitere berühmte Spieler, die den Dress von Club América trugen, sind Nationaltorhüter Guillermo Ochoa, der 2011/12 zum französischen Erstligisten AC Ajaccio wechselte, Maurizio Gaudino, die VfB-Stuttgart-Legende, die vor ihrem Abstecher zum FC Basel 1996 eine Spielzeit beim Club América verbrachte, oder der bei uns bestens bekannte Ex-FC-St. Gallen-Torjäger Ivan Zamorano, der in den Spielzeiten 2001 und 2002 in 63 Meisterschaftsspielen 33 Tore erzielte, bevor er 2003 zurück in seine Heimat Chile, zu Colo Colo, wechselte.

Stärkste Nachwuchsabteilung

Im aktuellen Kader stechen vor allem Christian Benitez (ex Birmingham City), Daniel Montenegro (ex Olympique Marseille, Osasuna, Real Saragossa) und Aquivaldo Mosquera (ex Sevilla) heraus. Die Jugendabteilung des Club América war beim dritten Rang Mexikos an der U20-WM 2011 durch Diego Reyes und Lugiani Gallardo vertreten – beide Spieler schafften inzwischen den Sprung in die Profimannschaft. Während der Fifa Youth Cup 2010, wo sich der Club Amèrica gegen Borussia Dortmund, Celtic Glasgow und Basel durchsetzte, auf dem dritten Schlussrang beendet wurde, gelang an der letzten Austragung des internationalen Turniers in Monthey 2010, nach Erfolgen gegen Sevilla, Zenit St. Petersburg und Boca Juniors, der Turniersieg. Die U20 des Vereins dominiert die nationale Meisterschaft fast nach Belieben – die letzten drei Kurzmeisterschaften wurden gewonnen und aktuell führt man die Tabelle an.

2010 beendete das Team ausserdem die lateinamerikanische Copa Libertadores für U20-Teams auf Rang drei. Die sportliche Leitung der in Altstätten auflaufenden Mannschaft liegt bei Jesus «Chucho» Ramirez, der 2005 die mexikanische U17-Nati zum WM-Titel in Peru coachte und nach dem Abgang von Mexiko-Idol Hugo Sanchez 2008 die Verantwortung für die A-Nati, bis zum Amtsantritt von Sven-Göran Eriksson, übernahm. Aus diesem Team darf man gespannt die Leistungen von Torhüter Jonathan Leon (U17), Mittelfeldstratege Diego Camarena (U19) sowie Stürmer Martin Zuñiga (U20) verfolgen – sie sind allesamt Nationalspieler in ihrer Altersklasse.

Der Club América, mit vielen Talenten gespickt, wird die Mannschaft sein, die es für einen Turniersieg zu schlagen gilt.

Club de Futbol América: Der Nachwuchs gehört in Mexiko, ja ganz Südamerika, zu den Besten. (Bild: pd)

Club de Futbol América: Der Nachwuchs gehört in Mexiko, ja ganz Südamerika, zu den Besten. (Bild: pd)