Romanshorn
«Der Gin wurde von der Magie des Bodensees verzaubert»: Eine Stahlkugel voller Alkohol wird aus dem Bodensee gefischt

Vor zehn Wochen wurde das Getränk auf dem Grund des Bodensees platziert. Jetzt ist es bereit für den Verkauf.

Alessa Sprinz
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Am Donnerstagmorgen wartet eine Gruppe Menschen am Romanshorner Hafen darauf, dass eine Stahlkugel voller Gin aus dem Wasser geholt wird. Unter ihnen auch Jenny Strohmeier, Mitinhaberin der Eventfirma Fishgroup. Sie freut sich auf die Bergung. Doch so weit kommt es nicht. Der Wind ist zu stark, das Unterfangen zu riskant. Der Anlass wird um einen Tag verschoben.

Die Kugel ist wieder über Wasser

Am Freitag ist es dann so weit. «Alles ist gut gegangen», sagt Strohmeier auf Anfrage, «ich bin erleichtert.» Die Kugel sei nach zehn Wochen in zehn Metern Tiefe geborgen worden. Sie lagerte seit dem 10. Oktober um 10.10 Uhr auf dem Grund des Bodensees. Zehn: Das ist die Zahl der Stunde. Das Getränk wurde aus zehn Zutaten zum zehnjährigen Firmenjubiläum hergestellt – darum dreht sich alles um die Zahl. Der Gin heisst «Ten Bodensee Dry Gin». Er wird seit diesem Freitagnachmittag in 395 Flaschen abgefüllt. Auch diese Zahl hat eine spezielle Bedeutung: Der Bodensee liegt 395 Meter über dem Meeresspiegel.

Cello Fisch und Jenny Strohmeier degustieren den Gin nach der Bergung.

Cello Fisch und Jenny Strohmeier degustieren den Gin nach der Bergung.

PD / Diana Strohmeier

Das Gewässer hat laut Strohmeier einiges zum neuen Geschmack des Gins beigetragen. «Das Aroma ist feiner geworden», sagt sie. Da seien sich alle einig gewesen, die am Freitagmorgen nach der Bergung degustiert hätten.

«Der Gin wurde von der Magie des Bodensees verzaubert.»

Die Nachfrage nach dem Bodensee-Gin ist gross. Von den ursprünglich fast 400 Flaschen seien nur noch 150 im Laden zu haben, sagt Strohmeier. Die Übrigen wurden vorbestellt. Das Geschmacksexperiment wurde nach Wissen der Fishgroup zum ersten Mal im Bodensee durchgeführt. Die Mitinhaberin kann sich gut vorstellen, nächstes Jahr wieder etwas in der Richtung zu organisieren. Dann vielleicht mit weniger Wetterproblemen.

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