Referat
Der Motorenpapst zu Gast in Kreuzlingen: «Treibstoff der Zukunft ist Bio»

Den Verbrennungsmotor nicht verbieten, sondern einen Treibstoff anbieten, der die CO2-Emissionen deutlich reduziert, um sich damit auch die Infrastruktur der Tankstellen zu bewahren. Das ist das Ziel von Mario Illien und Markus Hotz. Sie waren zu Gast in der Portmann-Lounge.

Kurt Peter
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Mario Illien und Markus Hotz informierten über biogenen Treibstoff.

Mario Illien und Markus Hotz informierten über biogenen Treibstoff.

Bild: Kurt Peter

«Der Treibstoff der Zukunft». Unter diesem Motto stand die Veranstaltung am Freitagabend bei Portmann Tabak. Und damit präsentierte Urs Portmann den Gästen auch einen «Friday for Future» mit Mario Illien, Ilmor Engineering Ltd., und Markus Hotz, Verwaltungsratspräsident der Horag Hotz Racing AG. Beide reichlich ausgestattet mit Erfahrung im Motor- und Fahrzeugbau. Illien erklärte:

«Unser Ziel ist es, einen biogenen Treibstoff zu produzieren, der das Verbot von Verbrennermotoren verhindert.»

Politik muss mitziehen

Dass es geht, haben beide im August am Bergrennen in Oberhallau auf eindrückliche Weise demonstriert. Die Rennpremiere des synthetischen Benzins erfolgte unter den wachsamen und kritischen Augen der Politik. Marcel Fässler, Beni Hotz und Neel Jani brachten dabei ihre Rennboliden auf die Bergstrecke, anschliessend standen Mario Illien und Markus Hotz den Interessierten zur Diskussion und Information zur Verfügung.

«Es ist wichtig, dass die Politik bei unserem Vorhaben mitzieht», sagte Mario Illien. Der Treibstoff aus 100 Prozent biogenen Stoffen zeige einen geringeren Verbrauch auf und vermindere den CO2-Ausstoss um 85 Prozent.

«Das ist der Treibstoff der Zukunft, der in jedem gängigen Automobil eingesetzt werden kann.»

Damit, so Markus Hotz, könne auch auf die Infrastruktur der bestehenden Tankstellen zurückgegriffen werden.

Klimafreundlicher Verkehr

Das 2020 gestartete Projekt in Zusammenarbeit mit Christian Bach von der Empa, Andreas Herrmann von der Uni St.Gallen, Markus Hotz und Mario Illien zeige auf, dass der Treibstoff auch in Rennwagen ohne mechanische Veränderungen funktioniere. Markus Hotz zeigte sich überzeugt:

«Das ist eine Energiewende im Bereich Mobilität.»

Denn der Einsatz des biogenen Treibstoffes bedeute einen klimafreundlichen Verkehr. «Wir wollen nicht nur reden, sondern auch etwas tun», sagte er.

«Wir müssen die Ideologie der Politik ändern», ergänzte Mario Illien, der übrigens 1976 vor seiner Herausforderung bei Cosworth in der Mowag arbeitete. Für den Einsatz des biogenen Benzins gebe es in Europa keine Planungssicherheit, kritisierte er. Er schätze, dass 25 Prozent des weltweiten Benzinverbrauchs durch biogene Kraftstoffe ersetzt werden könnten. «Unserem Projekt kommt die momentane Krise entgegen», musste er feststellen und meinte:

«Wenn man jetzt auf Elektromobilität setzt, dann macht man sich wieder abhängig, dann halt von China.»