Rolle der Ortsparteien

Stellungnahme der Ortsparteipräsidenten der SP und SVP zu den Stadtpräsidentenwahlen in Lichtensteig Es heisst Ortsparteien seien dazu da, Kandidaten für öffentliche Ämter zu stellen. Wenn es um das Lichtensteiger Stadtpräsidium geht, war das besonders wichtig und interessant.

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Stellungnahme der Ortsparteipräsidenten der SP und SVP zu

den Stadtpräsidentenwahlen in Lichtensteig

Es heisst Ortsparteien seien dazu da, Kandidaten für öffentliche Ämter zu stellen. Wenn es um das Lichtensteiger Stadtpräsidium geht, war das besonders wichtig und interessant.

Gerüchte und doch ziemlich verbindliche Aussagen von bestimmten Personen wiesen schon seit längerem auf einen Rücktritt des Stadtpräsidenten hin. So begann die Geschichte für uns Ortsparteien Ende Januar. Wir erhielten einen Protokollauszug des Gemeinderates und zeitgleich eine Einladung der «IG zur Suche eines Stadtpräsidenten/Stadtpräsidentin». Der Protokollauszug enthielt einen vom Gemeinderat festgelegten Zeitplan für die Behördenwahlen. Wir Präsidenten der SP, FDP und SVP wunderten uns über die darin enthaltene Terminansetzung: Rücktrittsmitteilung der Behördenmitglieder bis 30. April, Information Politische Parteien bis 7. Mai, Einreichung Wahlvorschläge bis 6. Juli. Zwischen der Frist für Rücktritte und dem Termin für die Einreichung von Wahlvorschlägen blieben demnach gerade mal zwei Monate – wenig Zeit für eine seriöse Suche eines ausgewiesenen Stadtpräsidenten. Es folgte die IG-Sitzung. Wir wurden offen über die Ziele und Absichten informiert und waren positiv überrascht darüber. Nun war der Ball bei uns. Wir mussten uns positionieren. Um offiziell von einem allfälligen Rücktritt des amtierenden Stadtpräsidenten zu erfahren, suchten wir das Gespräch mit der CVP, der Partei des amtierenden Stadtpräsidenten. Diese hüllte sich in Schweigen und verwies uns lediglich auf den Zeitplan des Gemeinderates. Von der Bürgerversammlung war nie die Rede und der Plan «Mathias Müller», der im Köcher war, wurde uns auch verschwiegen.

Für uns Ortsparteipräsidenten der SP, FDP und SVP erschien nun die Mitarbeit in der IG und deren Kerngruppe am sinnvollsten. Wir wollten nicht einfach auf dem Abstellgleis abwarten, was passiert und dann wie Schachfiguren von gewissen Strategen aktiviert werden. In diesem Fall hätte man dann für die drei handlungsunfähige Parteipräsidenten die Tür in Müllers Komitee geschickt geöffnet. Mit unserer Handlungsweise aber war es möglich, eine öffentliche Kaderstelle auch öffentlich auszuschreiben. Ein ordentliches Bewerbungsverfahren durchzuführen, um so einen ausgewiesenen Kandidaten für das Stadtpräsidium zu stellen. Vielleicht diente die Senkung des Pensums durch den Gemeinderat auch dazu, mögliche Bewerber zu demotivieren. An der Bürgerversammlung am 26. März und am Tag darauf, wurde der Rücktritt des Stadtpräsidiums und die Kandidatur Müller bekannt gegeben. Danach streckten alle Parteipräsidenten nochmals die Köpfe zusammen. Uns wurde mitgeteilt, dass die CVP in jedem Fall Mathias Müller nominieren werde, ohne Rücksicht auf weitere Interessenten. Am 7. April kontaktierte Roman Hug (Präsident SVP) den St. Galler CVP-Stadtparlamentarier Stefan Rosenblum und konnte ihn zu einer Bewerbung für das Stadtpräsidium motivieren. Stefan Rosenblum bewarb sich dann bei der «IG Stadtpräsidium» und aus Parteiloyalität parallel auch bei der CVP. Und so nahm der Wahlkampf seinen Lauf.

Wir Ortsparteipräsidenten der SP und SVP möchten Ihnen nun unseren Kandidaten, Stefan Rosenblum, zur Wahl empfehlen. Stefan Rosenblum durchlief im Gegensatz zu seinem Gegenkandidaten einen aufwendigen Bewerbungsprozess. Er musste sich bereits dort gegen Mitbewerber durchsetzen. Danach eroberte er sich die Gunst der SP und SVP. Die FDP beschloss Stimmfreigabe. Die SP, FDP und SVP fassten ihre Entscheidungen in einem fairen Verfahren. Beide Kandidaten wurden den Mitgliedern vorgestellt. Der CVP Vorstand präsentierte jedoch nur Mathias Müller, worauf dieser logischer Weise nominiert wurde. Stefan Rosenblum hat bereits Führungserfahrung in verschiedenen Bereichen. Er kommt direkt aus der Privatwirtschaft. Als St. Galler CVP-Stadtparlamentarier bringt er viel politische Erfahrung mit. Seine Beziehungen reichen bis in die St. Galler Regierung und werden sehr wichtig sein für unsere Gemeinde. In der Armee pflegt er als Kompaniekommandant einen äusserst menschlichen, aber trotzdem strengen Führungsstil. Die eingeforderten Referenzen waren ausgezeichnet. Und falls es wirklich jemand ernsthaft interessieren sollte, Stefan Rosenblum ist Katholik.

Ursula Staeheli, Präsidentin SP Lichtensteig, Postgasse 10,

9620 Lichtensteig

Roman Hug Parteipräsident SVP Lichtensteig, Oberplattenstrasse 6, 9620 Lichtensteig