Wettbewerbsbehörde
Druck auf Lieferanten: Weko eröffnet Vorabklärung gegen Coop

Die Wettbewerbskommission (Weko) hat den Detailhändler Coop im Visier. Dieser soll seine Lieferanten unter Druck setzen, ihre Lieferungen über die Inkassofirma Markant abzurechnen.

Merken
Drucken
Teilen
Die Weko klärt ab, ob Coop eine mögliche marktbeherrschende Stellung missbraucht. (Symbolbild)

Die Weko klärt ab, ob Coop eine mögliche marktbeherrschende Stellung missbraucht. (Symbolbild)

Keystone

(agl) Basis der Abklärungen durch die Weko sei eine Marktbeobachtung von Coop und Markant aus dem letzten Jahr, schreibt der stellvertretende Direktor Frank Stüssi am Montag auf Anfrage von CH Media. Damit bestätigt er einen Bericht der «Sonntagszeitung». Coop habe dem Weko-Sekretariat letzten Sommer zugesichert, dass es seine Lieferanten nicht zwinge, über Markant abzurechnen.

Laut Informationen, die der Wettbewerbsbehörde aus dem Markt zugetragen wurden, habe Coop aber «in den letzten Monaten dennoch Druck auf die Lieferanten ausgeübt, damit diese ihre Lieferungen an Coop über Markant abwickeln», so die Weko. Als Alternative zur Abrechnung über Markant habe der Detailhändler den Lieferanten eine teurere individuelle Abrechnungsmöglichkeit über Coop angeboten.

Coop: Keine Produkte deswegen aus Regalen verschwunden

Die Weko werde nun abklären, ob Coop durch dieses Verhalten eine «allfällige marktbeherrschende Stellung» missbraucht. Der Detailhändler selbst will sich zur Vorabklärung nicht äussern, wie die Leiterin der Medienstelle auf Anfrage schreibt. Coop lanciere jedes Jahr rund 2000 Neuheiten und ersetze im gleichen Umfang Produkte mit geringer Nachfrage. «Wir haben keine Auslistungen im Zusammenhang mit Markant vorgenommen.»

Gegen die Inkassofirma Markant läuft bereits eine Untersuchung der Weko, wobei es um ein mögliches Kartell geht. Markant sowie ihr angeschlossene Gross- und Einzelhändler sollen mutmasslich gemeinsam Massnahmen vereinbart haben, um die Lieferanten dazu anzuhalten, das Inkasso über Markant abzuwickeln. Die Weko führte im vergangenen Herbst mehrere Hausdurchsuchungen in dem Zusammenhang durch.