Wettbewerb
Abschottung des Schweizer Marktes: Weko büsst deutschen Tabakkonzern

Die deutsche Tabakherstellerin Pöschl vereinbarte mit mehreren europäischen Händlern ein Exportverbot von Tabak in die Schweiz. Nun büsst die Wettbewerbskommission das Unternehmen.

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Die gebüsste Firma verkaufte hierzulande unter anderem Schnupftabak. (Symbolbild)

Die gebüsste Firma verkaufte hierzulande unter anderem Schnupftabak. (Symbolbild)

Keystone

Pöschl vertreibt in der Schweiz Schnupftabak und Tabak zum selber drehen. In Verträgen mit mehreren europäischen Vertriebspartnerinnen verankerte das Unternehmen Exportverbote. Diese Händler durften keine Tabakprodukte in die Schweiz liefern. Solche Abreden seien unzulässig, befand nun die Weko. Sie büsst deshalb Pöschl mit 270'000 Franken. Mit dem Exportverbot sei der Schweizer Markt abgeschottet und der Wettbewerb behindert worden, teilte die Weko am Dienstag mit. Pöschl kooperierte mit der Behörde und bot Hand zu einer einvernehmlichen Regelung. Das wirkte sich auch sanktionsmindernd aus, heisst es weiter. Ausländische Vertriebspartnerinnen dürfen nun Bestellungen von Kundinnen und Kunden aus der Schweiz uneingeschränkt bedienen. Der Entscheid der Weko kann ans Bundesverwaltungsgericht weitergezogen werden.

Die Weko hatte die Untersuchung vor knapp einem Jahr eröffnet. Das Unternehmen soll mutmasslich Importe von Tabakprodukten in die Schweiz behindert haben, hiess es damals. Die Untersuchung richtete sich sowohl gegen das niederbayerische Unternehmen selbst als auch gegen den Schweizer Ableger, die Pöschl Tobacco Switzerland AG mit Sitz im luzernischen Reiden. (rwa/mim)

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